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  • 19. November 2015

Point de Suisse ist Geschichte

Von Eliane Tschudin | Marketing & Kommunikation

Ein crossmediales Kunstprojekt hat die Schweiz vermessen

Das Buch ‚Point de Suisse – die Vermessung der Schweiz‘ erscheint am 2. Dezember 2015 im Christoph Merian Verlag als Rückblick und Analyse einer künstlerischen Volksbefragung. Diese hat in den letzten zwei Jahren der Schweizer Bevölkerung 45 unbequeme bis provokative Fragen zu Heimat, Arbeit, Politik, Migration, Kultur, Werten und Zukunft gestellt. Im Buch analysieren namhafte Autoren aus Kultur, Wissenschaft und Politik die erfragte aktuelle Befindlichkeit der Schweiz.

Kann man ein guter Schweizer, eine gute Schweizerin sein, wenn man erst um 9 Uhr aufsteht? Würden Sie einen Flüchtling bei sich zuhause aufnehmen? Oder: Welches Ereignis würden Sie gerne aus den Schweizer Geschichtsbüchern streichen? Diese und andere Fragen hat das crossmediale Kunstprojekt ‚Point de Suisse‘ 2014 zusammen mit dem Festival de la Cité de Lausanne und 2015 in Zusammenarbeit mit dem Historischen Museum Basel die Schweizer Bevölkerung beantworten lassen. Um bei aller künstlerischen Freiheit die gesellschaftspolitische Zielsetzung und den wissenschaftlichen Anspruch hochzuhalten, wurde je eine landesweite, repräsentative Umfrage vorangestellt und auf eine enge Zusammenarbeit mit Wissenschaftlern gesetzt.

Partizipationskunst und Momentaufnahme der Befindlichkeit

Nach zwei Jahren ‚Point de Suisse‘ existiert eine einzigartige Landkarte der Befindlichkeit, die innert zwei Jahren von rund 8‘000 Mitwirkenden aus der ganzen Schweiz gemeinsam gezeichnet wurde und nun in Buchform vorliegt. Namhafte Experten haben die Umfrage-Resultate geordnet und eingeordnet, sprich analysiert und kommentiert. Die Namen der Essay-Autoren, Analysten und Teilnehmenden der transkribierten ‚Point-de-Suisse‘-Diskussionen lesen sich wie ein Who-is-Who aus Soziologie, Geschichte, Politologie, Philosophie, Literatur, Kunst- und Kulturwissenschaft. In alphabetischer Reihenfolge sind dies:

Dirk Baecker, Lukas Bärfuss, Frank Bodin, Luc Boltanski, Rolf Bossart, Com&Com, Cédric Duchêne-Lacroix, Anita Fetz, Max Frisch, Ronnie Grob, Johannes M. Hedinger, Kornelia Imesch, Thomas Isler, Michael Kinzer, Wolfgang Koydl, Georg Kreis, Sophie-Thérèse Krempl, Walter Leimgruber, René Levy, Claude Longchamp, Ueli Mäder, Mathieu Menghini, Olivier Moeschler, Gudrun Piller, Milo Rau, Marco Salvi, Regula Stämpfli, Peter Streckeisen, Albert Tanner, Jakob Tanner, Christa Tobler und Elena Vuille-Mondada.

„Eier. Wir brauchen Eier!“

Initiiert und geleitet wurde das Projekt ‚Point de Suisse‘ vom Schweizer Künstlerduo Com&Com (www.com-com.ch), namentlich von Johannes M. Hedinger und Marcus Gossolt, unterstützt von der Künstlergruppe IIPM (International Institute of Political Murder) um den Regisseur Milo Rau und den Publizisten Rolf Bossart. Beratend zur Seite stand ihnen ein wissenschaftlicher Beirat der Universitäten Lausanne (2014) und Basel (2015). War ‚Point de Suisse‘ 2014 noch mehrheitlich ein künstlerisches Re-enactment der Zensur-Affäre rund um den Riesen Gulliver an der Expo Lausanne 1964, richtete ‚Point de Suisse’ 2015 am Vorabend der Eidgenössischen Wahlen bewusst den Blick auch in die Zukunft. Das Buch bildet den vorläufigen Abschluss des Partizipationsprojektes ‚Point de Suisse‘. Mit der Aussagekraft des Projektes sind die Künstler zufrieden. Im Prolog des Buches ‚Point de Suisse‘ chreiben Johannes M. Hedinger und Rolf Bossart: „In den Debatten zeigte sich, dass eine Umfrage in der Art von «Point de Suisse» durchaus in der Lage ist, der Bevölkerung eine heterogenere und widersprüchlichere Stimmungslage zu entlocken als zuweilen die Wahlresultate an der Urne vermuten lassen. Als Indikator für die Vielfalt politischer Meinungen können die 1679 eingegangenen Antworten auf die offene Frage gelten, was die Bevölkerung ‚ihrer‘ Schweiz für die nächsten 20 Jahre wünscht. Die Wünsche reichten von «mehr Gelassenheit und Bescheidenheit», «Offenheit, Toleranz und Lebensfreude» über «endlich mal eine starke Armee» und «Arbeit für alle» bis hin zu «eine Regierung mit Hirn und Rückgrat» oder «Eier. Wir brauchen Eier!».

Das Buch zum Projekt und Präsentation im Museum für Geschichte in Basel

Die 300seitige Publikation ‚Point de Suisse – Die Vermessung der Schweiz‘ erscheint anfangs Dezember 2015 im Christoph Merian Verlag (ISBN 978-3-85616-682-3) und ist überall im Buchhandel erhältlich. Das in Deutsch und Französisch gedruckte Werk umfasst die Projekte der Jahre 2014, in Zusammenarbeit mit dem Festival de la Cité Lausanne, und 2015 mit dem Historischen Museum Basel als Gastgeber. Vorgestellt werden die Umfragen beider Jahre, die Resultate der repräsentativen Befragungen, ergänzt mit Analysen und Essays der Experten und im Fall von Basel mit Ausschnitten aus den spannenden Diskussionen.

Verkaufspreis: ca. CHF 29.- / Euro 28.-
Bestellung über http://www.merianverlag.ch oder im Buchhandel.


Ressort: Bildung und Kultur

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