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Massnahmenplan zur Senkung der Pestizidbelastung zeigt keine Wirkung

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Pestizid-Belastung im Wasser des Limpach (SO)

Der Limpach (Kanton Solothurn) enthält einen wahren Pestizidcocktail. Die Grenzwerte von 15 Pestiziden sind bis zu 11-fach überschritten. Das zeigt die Auswertung der Analyseergebnisse, deren Herausgabe das Amt für Umwelt gegenüber der Sonntagszeitung verweigert hatte, durch die Ärztinnen und Ärzte für Umweltschutz (AefU). Der Massnahmenplan, den der Kanton Solothurn zur Senkung des Pestizidrisikos seit 2018 anwendet, zeigt bisher keine Wirkung. Der Limpach ist seit 20 Jahren ein massiv belastetes Gewässer und ist es weiterhin. Die Pestizidverbots- und die Trinkwasserinitiative zeigen den Ausweg. Die AefU empfehlen 2xJA zu den Initiativen am 13. Juni 2021.

Das Amt für Umwelt des Kantons Solothurn hatte zuerst nur die LandwirtInnen im Limpachtal über die Belastung des Wassers des Limpach informiert, nicht aber die Bevölkerung. Dies berichtete die Sonntagszeitung im April. Der Presse wollte das Amt für Umwelt die Analyseergebnisse nicht veröffentlichen. Dazu brauchte es ein Gesuch der Grünliberalen Partei Kanton Solothurn um Akteneinsicht, welche gemäss Öffentlichkeitsprinzip möglich ist. Nach einem Gespräch der Grünliberalen und der AefU mit dem Umweltamt gab die Behörde die Analyseresultate heraus. Sie zeigen: Der Massnahmenplan, den die Solothurner Regierung nach Vorgaben des Bundes 2018 beschlossen hat, ist am Limpach bisher wirkungslos. Die Massnahmen sollen das Pestizidrisiko aus der Landwirtschaft bis 2025 um 50 Prozent senken. 2019 belasteten zehn Pestizide das Wasser des Baches übermässig. 2020 waren es 15 landwirtschaftliche Spritzmittel.

Seit Jahren dieselben Pestizide 

Die AefU zeigen nun auch auf: Seit neun Jahren ist das Bachwassers wiederholt in unzulässiger Konzentration mit den Herbiziden Chloridazon und Metamitron verschmutzt. Diese sind für Wasserorganismen sehr giftig. Schon 2011 überschritten die beiden Spritzmittel den Grenzwert. Das ist 2020 noch immer so. Auch die gemessene Konzentration des umstrittenen und vermutlich Krebs auslösenden Herbizids Glyphosat lag und liegt bis zu sechsfach über dem Grenzwert.

Gefährliches Cypermethrin: Bis zu 11-fach über dem Grenzwert

Am massivsten überschiesst im Limpach aber das Insektizids Cypermethrin den Grenzwert: Die im Bachwasser gemessene Konzentration liegt bis zu 11 Mal höher als erlaubt. Cypermethrin kann die menschlichen Organe schädigen und steht im Verdacht, die Fruchtbarkeit oder sogar das Kind im Mutterleib zu schädigen. Die Substanz ist zudem äusserst toxisch für Wasserorganismen. 

Cypermethrin wirkt in kleinen Gewässern wie dem Limpach schon in minimen Konzentrationen. Entsprechend tief muss der Grenzwert angesetzt sein. Nur sehr wenige Labors können diesen aber überhaupt kontrollieren, denn es braucht dazu eine Spezialanalytik. 

Dasselbe gilt für Chlorpyrifos: Auch dieses Insektizid können die Labors erst seit kurzem mit der notwendigen Sensibilität messen. Im Limpach ist die zulässige Konzentration zeitweise mehr als vier Mal überschritten. Chlorpyrifos steht im Verdacht, wie ein Hormon zu wirken und die Entwicklung des Gehirns bei Kindern zu beeinträchtigen. Die Substanz ist zudem sehr giftig für Wasserorganismen und ein starkes Fischgift.[1]

Die Hoffnung der Behörden erfüllt sich nicht von selbst

Im Jahr 2000 schrieb das Amt für Umwelt im Bericht «Zustand Solothurner Gewässer» im Kanton Solothurn: «Durch die fortschreitende ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft» könne «damit gerechnet werden, dass sich der Zustand» auch des Limpachs «(...) zumindest leicht verbessern wird». 20 Jahre später ist klar: Es hat sich sehr wenig verändert. Wie viele Bäche in der Schweiz ist auch der Limpach noch immer übermässig mit Pestiziden kontaminiert. Der Pestizidmix ist sogar noch breiter geworden.

Jetzt handeln und 2xJA stimmen

Dies lässt sich jetzt ändern. Mit 2xJA zur Pestizidverbotsinitiative und zur Trinkwasserinitiative am 13. Juni 2021 kann die Bevölkerung einen wirksamen Schutz von Wasser, Boden und Gesundheit verlangen. Damit würde endlich auch der Limpach wieder zu einem wertvollen, lebendigen Gewässer. 

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