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Online-Drogenhandel floriert
  • 15. Oktober 2015

Online-Drogenhandel floriert

Von Redaktion

Jeder vierte Deutsche hat bereits einen Joint geraucht, über 90.000 Deutsche koksen mindestens einmal im Jahr und fünf Prozent der Deutschen haben schon Drogen im Internet bestellt. Jährlich werden hierzulande circa 219 Tonnen harte und weiche Drogen konsumiert. Eine riesige Menge, die immer häufiger über illegale Plattformen im sogenannten "Darknet" vertrieben wird. Erst kürzlich flog die Leipziger Plattform Shiny Flakes auf, die innerhalb von zwei Jahren mehr als 900 Kilogramm diverser Drogen über die dunkle Seite des Internets in den Umlauf brachte. Drogen haben ihren Weg ins Internet gefunden. Was früher in dunklen Ecken, zwielichtigen Vierteln oder heruntergekommen Parks verkauft wurde, kann jetzt problemlos im Internet bestellt werden – eine Art "Amazon für illegale Substanzen". Doch wie kann das in Zeiten von Abhör- und Internet- Skandalen tatsächlich funktionieren, ohne dass weder die Betreiber noch die Drogenkonsumenten auffliegen? Die Antwort ist simpel: User, die sich anonym im Internet bewegen wollen, nutzen das Darknet.

Ecstasy und Marihuana werden am häufigsten bestellt

Mit illegalen Online-Drogengeschäften werden jährlich über 100 Millionen Dollar umgesetzt. Das sind im Durchschnitt 300.000 Dollar pro Tag auf den fünf größten Plattformen. Dabei machen Marihuana und Ecstasy die Hälfte aller Schwarzmarkttransaktionen aus. Zahlen und Mengen, die kaum vorstellbar sind. Alle Geschäfte werden anonym und nahezu risikolos im "versteckten" Web abgewickelt. Dazu nötig sind lediglich Onion-Routing, Bitcoins (verschlüsseltes elektronisches Währungssystem) und der Tor-Browser.

Ermittler tappen im Dunklen

Aufgrund der besonders hohen Anonymität im Darkweb, bewegen sich Betreiber und Konsumenten nahezu unsichtbar im Netz. Sie hinterlassen keine Spur, die Rückschlüsse auf die tatsächlichen Identitäten geben könnten. Die auf diesen Seiten zu findenden Online-Shops sind zudem mit speziellen Zugangs-Codes ausgestattet, sodass nur eingeweihte Nutzer an den Geschäften teilnehmen können. Auch die Vielzahl von illegalen Shops erschwert die Ermittlungen der Polizei zusätzlich. Sobald eine Plattform hochgenommen wird, entsteht nach kürzester Zeit ein Duplikat der Seite mit einem leicht veränderten Namen. Ein Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Ermittler oft im Dunklen tappen. Erfolgreich ist die Polizei immer dann, wenn die Betreiber der illegalen Webseiten Fehler in der realen Welt machen.

Das Darkweb – die Unterwelt des Internets?

Nein: Grundsätzlich wurde das Darkweb entwickelt, um Menschen, die in totalitären Regimen leben, die Meinungsfreiheit im Internet zu ermöglichen. Die hohe Anonymisierung der IP-Adressen, die ständig wechselnden Routen des Ausgangssignals über verschiedene Server und das geschickte Prinzip des Onion-Routings haben jedoch dazu geführt, dass es auch für illegale Zwecke genutzt wird. Gut zu wissen, dass drei Viertel der Deutschen keine harten Drogen nehmen. Weitere Zahlen und Fakten zum Darknet in der Infografik vom Vergleichsportal Netzsieger unter: http://www.netzsieger.de/ratgeber/darknet


Ressort: Technik und IT

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