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Torreigen gegen Yverdon

FC Schaffhausen – Yverdon Sport FC 4:3 (1:1) ©www.sport-presse.com

Der erste Saisonsieg ist endlich unter Dach und Fach.

- Nach fünf Spielrunden

Doch bis dieses 4:3 gegen Yverdon Sport FC Tatsache wurde, gab es für den FCS viel Arbeit zu verrichten.

Im Rahmen der jüngsten Rassismus-Vorfälle, wo es unter anderem auch am vergangenen Samstag bei St. Gallen – Sion zu einer unschönen Szene kam, lancierte die Swiss Football League für die 5. Spielrunde eine gemeinsame Aktion mit den Vereinen der Super und Challenge League. Jeweils die beiden Captains und die Schiedsrichter trugen dabei eine Armbinde mit dem Aufdruck #notoracism. Ebenso wurde ein Banner gehisst, bei dem sich alle Spieler und Referees geschlossen dahinter stellten. Damit setzen auch die Clubs ein Zeichen, dass Diskriminierung, Rassismus, aber auch Homophobie und weitere Verunglimpfungen gegenüber Minderheiten, anderen Orientierungen oder Menschen fremder Herkunft weder im Fussballstadion, noch überhaupt in der Gesellschaft einen Platz haben darf. Wir können stolz darauf sein, dass es verschiedenste Diversitäten gibt. Jeder Mensch soll dieselbe Chance erhalten, ohne Vorbehalte das zu lieben, wonach er sich sehnt. Kein Mensch darf aufgrund seiner Herkunft be- und verurteilt werden. Deshalb «No To Racism» und «Yes To Diversity».

Die erste Begegnung zwischen dem FCS und Yverdon Sport seit dem 24. März 2013 verlief während der ersten Viertelstunde schon fast etwas zaghaft. Der «Beschnupperung» setzte Danilo Del Toro ein Ende und zündete den ersten Turbo. Mirko Salvi, von GC auf diese Saison hin in den YS-Kasten gewechselt, wurde bereits gefordert. Kurz darauf versuchte sich Adniellyson Da Silva auf der anderen Seite, doch verlud er seine Chance eine Etage zu hoch. Die Partie nahm immer mehr Fahrt auf, was allerdings auch am hohen Pressing der Schaffhauser lag. Phasenweise umzingelte die halbe Mannschaft den Sechzehner von Yverdon, worauf die Bälle hoch hinausgespielt werden mussten. Bei einem Corner der Gäste gings wieder schnell. Francisco Rodriguez eroberte den Ball und schickte Del Toro auf die Reise, der auf und davon flitzte, Salvi mit einer Finte vernaschte und die nicht unverdiente 1:0-Führung erzielte. Der Ausbau des Vorsprungs wäre durchaus im machbaren Bereich gelegen, doch die Feinjustierung ist noch nicht bei allen Akteuren vollendet. Und so fasste sich Koro Koné ein Herz, tanzte durch die Schaffhauser Reihen, wirbelte Uran Bislimi und Bukjar Lika durcheinander und schob das Leder an Amir Saipi vorbei zum Ausgleich in die Maschen. Gespielt waren 40 Minuten, jedoch waren sich beide Teams einig, mit dem 1:1 in die Pause zu gehen. Der FCS schien mit dem Gegentor bedient, während Yverdon froh war, das Score überhaupt egalisiert zu haben.

Der zweite Durchgang zeigte dann schnell auf, dass beide Mannschaften auf Sieg spielen wollten. Und tatsächlich sollten die 600 Fans ihr Kommen nicht bereuen. Hugo Fargues schockte die Schaffhauser in der 55. Minute, als der französische Regisseur einen Abpraller zum zweiten Treffer für die Weiss-Grünen verwertete. Doch der Vorsprung hielt gerade mal 98 Sekunden, als sich Nicolas Gétaz und Salvi bei einem Zuspiel von Axel Müller gegenseitig behinderten. Joaquin Ardaiz profitierte davon und sorgte für den postwendenden 2:2-Ausgleich. Mittlerweile war von den anfänglich netten Gesten nicht mehr viel vorhanden. Harte Zweikämpfe, ein etwas überforderter Schiedsrichter und einige strittige Szenen sorgten dafür, dass die letzte halbe Stunde zu einem richtigen Fight wurde. Inzwischen bediente Valon Hamdiu seinen Sturmkollegen Ivan Prtajin, der alleine durchbrach und mal einfach so schnell den dritten FCS-Treffer realisierte. In der 72. Minute kams für Yverdon ganz dick. Ein weiterer Ball erreichte Serge Müller, der seinem Innenverteidiger-Kollegen Guillermo Padula auflegte. Rumms – drin das Ding, 4:2. Der Sieg lag bereits in Reichweite, als Ref Mirel Turkes nach 80 Minuten ein Foul von Axel Müller an Alain Eleouet sah und zum Unverständnis der Schaffhauser auf Strafstoss entschied. Koné verkürzte vom Punkt nochmals und offerierte somit noch ein spannendes Schlussbouquet. Der offene Schlagabtausch ergab viele Vorstösse, die jedoch dann meist unterbunden wurden. Ein Vulkan ging kurz vor Ende dann doch noch hoch, als Yassin Maouche bei einem vermeintlichen Foul von Sead Hajrovic keinen Freistoss zugesprochen bekam. Das mit gefühlten 800 Dezibel hinausgeschrieene «No!» landete direkt im Gesicht des Schiris, worauf Maouche mit Gelb belohnt wurde. Es stellte sich auch in der 51. Auflage heraus, dass die Affichen mit Yverdon stets hart umkämpft sind. Kurz darauf der finale Pfiff, was dem FC Schaffhausen den ersten Saisonsieg bescherte.

Telegramm

FC Schaffhausen – Yverdon Sport FC 4:3 (1:1)
wefox Arena – 600 Zuschauer – SR: Mirel Turkes
Tore: 24. Del Toro 1:0, 41. Koné 1:1, 55. Fargues 1:2, 57. Ardaiz 2:2, 67. Prtajin 3:2, 72. Padula 4:2, 81. Koné (Foulpenalty) 4:3.
Schaffhausen: Saipi; Lika (46. Krasniqi), S. Müller, Padula, A: Müller; Hamdiu; Bislimi (83. Neitzke), Rodriguez (68. Maouche), Del Toro; Prtajin (69. González), Ardaiz (91. Sahitaj).
Yverdon: Salvi; Blum, Hajrovic, Le Pogam, Gétaz (73. Rodrigues); Mobulu (73. Eleouet), Eberhard (73. Vladi), Da Silva, Ninte; Fargues (77. Beleck); Koné.
Bemerkungen: Schaffhausen ohne Mujcic (gesperrt), Vukasinovic, Paulinho (alle verletzt), Grob, Deronjic, Berglas-De Nobile, Wick, Talic und Bajrami (alle nicht im Aufgebot). Yverdon ohne Zock-À-Bep (nicht qualifiziert), De Pierro, Ombala, Morelli (alle verletzt), Buchard, Baron, Kabacalman, Jaquenoud, Hautier und Peyretti (alle nicht im Aufgebot). – DCL-Debüt von Agustin González.
Verwarnungen: 38. Hamdiu (Foul), 53. Gétaz (Foul), 71. Hajrovic (Foul), 85. Del Toro (Zurückhalten), 87. Eleouet (Foul), 93. Maouche (Reklamieren).

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