Regionalportal und Internetzeitung für Pressemeldungen!

 

Display Top

Ökobilanz-Studie: Schweizer Salz umweltfreundlicher als Importe

Salzgewinnung

Pratteln -. Eine neue wissenschaftliche Studie untersucht die Ökobilanz von Schweizer Auftausalz und von importiertem Siedesalz, Steinsalz und Meersalz. Das Siedesalz der Schweizer Salinen aus heimischer Produktion ist mit dem Einsatz von Wasserkraft gemäss den Studienautoren die Alternative mit dem geringsten CO 2 - und Umweltfussabdruck. Die Schweizer Salinen produzieren jährlich rund 300‘000 Tonnen Auftausalz, um die Mobilität im Winter sicherzustellen. Sie lagern den Rohstoff für den landesweiten Winterdienst in grossen Hallen ein, um den Bedarf jederzeit decken zu können. Dieses bewährte Modell wurde in letzter Zeit von verschiedener Seite in Frage gestellt. Die Argumente: Mit dem Import von Auftausalz lägen Alternativen zur einheimischen Salzgewinnung vor. Zudem sei die Einfuhr von ausländischem Salz, insbesondere Meersalz, ökologisch vorteilhafter.

Die Schweizer Salinen haben bei der Schweizer Umweltberatungsfirma Carbotech AG eine wissenschaftliche Studie in Auftrag gegeben, welche die Ökobilanz der heimischen Produktion von Auftausalz mit jener von importiertem Siedesalz, Steinsalz und Meersalz vergleicht. Untersucht wurden der CO 2 -Fussabdruck und der Umweltfussabdruck. Der Umweltfussabdruck bewertet neben der Schadstoffbelastung von Luft, Wasser und Boden auch den Ressourcenverbrauch und die Abfallbelastung.

Energieverbrauch für Produktion und Transport ist entscheidend

Die Ökobilanz ist abhängig vom Energiebedarf für die Produktion und den Transport sowie von der Wahl der Energieträger (z.B. Erdgas oder Strom aus Wasserkraft). Für die Berechnung verwendet die Carbotech-Studie beim Importsalz den länderspezifischen Strommix. Beim einheimischen Salz wurde mit den folgenden Varianten der Einfluss des Stromproduktes analysiert: Wasserkraft, Atomstrom und Schweizer Strommix. Beim Transport berücksichtigt die Studie nur diejenigen Szenarien, die zum Erstellungszeitpunkt Ende 2018 realistisch sind.

Heimisches Salz hat kleinsten CO 2 -Fussabdruck

Beim CO 2 -Fussabdruck kommt die Carbotech-Studie zu einem klaren Schluss: Schweizer Siedesalz aus Riburg/AG schneidet am besten ab. Ein Grund dafür ist, dass die Schweizer Salinen ihren Strom seit Anfang 2018 zu 100 % aus Wasserkraft beziehen (s. Abb. 1).

Den grössten CO 2 -Fussabdruck weist Siedesalz aus Holland und Spanien auf. Der Grund dafür sind der hohe Energiebedarf bei der Produktion und die langen Transportwege. Meersalze aus Frankreich und Tunesien erzeugen in der Herstellung zwar weniger CO 2 , doch die Beförderung mittels LKW und Schiff macht diesen Vorteil zunichte. Steinsalz aus dem nahen Deutschland gewinnt den Vergleich der Importsalze, wobei auch hier immer noch etwa 60 % mehr CO 2 - Emissionen als für Schweizer Siedesalz anfallen. Ins Gewicht fällt hier vor allem der Transport via LKW. Das gilt auch für Steinsalz aus Italien, das im Normalfall via Schiff und LKW transportiert würde.

Die Carbotech-Studie vergleicht auch den Umweltfussabdruck aller Salzalternativen. Das Bild ist hier sehr ähnlich: Das mit Wasserkraft hergestellte Siedesalz aus Riburg/AG hat im Vergleich zu den Importsalzen deutlich die Nase vorn (s. Abb. 2).

Studienleiterin Cornelia Stettler (Carbotech AG) fasst die Ergebnisse der Studie zusammen: «Der Transport spielt eine entscheidende Rolle für die Ökobilanz von Auftausalzen. Die Vorteile einer weniger energieintensiven Salzproduktion im Ausland werden durch den Transport und dessen Auswirkungen wieder zunichte gemacht. Die Optimierung der heimischen Produktion in Riburg mit dem Einsatz erneuerbarer Energien führt insgesamt zum besten Ergebnis.»

Die bessere Ökobilanz von Schweizer Siedsalz hat auch Bestand, wenn für die importierten Salzvarianten statt mit dem jeweiligen Länderstrommix mit Strom aus Wasserkraft gerechnet würde. Schliesslich ist zu berücksichtigen, dass aufgrund von Unsicherheiten bei Produktion und Transport erst dann von einem signifikanten Unterschied gesprochen werden kann, wenn der CO 2 - und Umweltfussabdruck eine Differenz von 35% zwischen heimischem und importiertem Auftausalz aufweist.

Versorgungssicherheit und Qualität als weitere Argumente

Die Studie weist weiter darauf hin, dass neben den ökologischen Faktoren auch technische Aspek- te und die Realisierbarkeit zählen, wenn es darum geht, Alternativen zum heimischen Auftausalz zu prüfen.

Gemäss Dr. Franz Götzfried, Experte für den europäischen Salzmarkt, spielen dabei Versorgungssicherheit, Qualität und verschiedene technische Faktoren eine wichtige Rolle. Er betont: «Euro- paweit herrscht seit ein paar Jahren eine Knappheit an Siedesalz. Ein Import von jährlich 300‘000 Tonnen Siedesalz ist nicht realistisch. Einheimisches Siedesalz ist dagegen in ausreichender Menge verfügbar.» Die harten Winter 2009/10 und 2010/2011 haben gezeigt, dass Importsalz oftmals nicht den Qualitätsansprüchen genügte und teilweise sogar als Auftausalz unbrauchbar war. Meersalz ist im Vergleich zu Siedesalz feuchter, hat eine verminderte Rieselfähigkeit und kann bei tiefen Temperaturen gefrieren. Es eignet sich deshalb nicht für die Lagerung in Silos. Bei einer Umstellung auf Meersalz müssten landesweit neue Lagerhallen gebaut werden.

Meer- und Steinsalze haben eine gröbere Körnung als Siedesalz. An sämtlichen Streumaschinen und Soleanlagen wären teils aufwendige Umrüstarbeiten nötig. Grobkörnige Meer- und Steinsalze entfalten ihre volle Tauwirkung erst nach einer Stunde, Siedesalz zeigt schon nach wenigen Minuten ein gutes Ergebnis. Das erhöht die Sicherheit und Mobilität auf den Strassen. Ausserdem hat Siedesalz die geringsten Streuverluste. Bei anderen Salzsorten müssten bis zu 20 % mehr gestreut werden. Meer- und Steinsalz enthalten zudem unlösliche Silikate und Calciumsulfate, die die Umwelt zusätzlich belasten und als Feinstaub auch ein Gesundheitsrisiko darstellen können.

Kommentare powered by CComment

Thema Energie auf der Messe in Freiburg

Feb 10, 2019
Ökologische Holzbaustoffe: ein vielgefragtes Thema der GETEC 2019
Thema Energieeffizienz bleibt auch im zwölften Jahr der Gebäude.Energie.Technik ein Dauerbrenner Freiburg – Bei der heute zu Ende gegangenen zwölften Gebäude.Energie.Technik (GETEC) auf dem…

Tradition und Moderne mit Blick auf die Königsschlösser Hohenschwangau und Neuschwanstein

Feb 11, 2019
AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa
Ein Hotel-Ensemble als touristische Visitenkarte für das Reiseland Deutschland – Vorhang auf für das „AMERON Neuschwanstein Alpsee Resort & Spa“ HOHENSCHWANGAU/MÜNCHEN – Ganz nah an einem der…

«Schweiz nutzt naturwissenschaftliche Sammlungen schlecht»

Jan 08, 2019
Forschende in Genf entdecken in Sammlungen neue Fischparasiten. © P. Wagneur/MHNG
Naturwissenschaftliche Sammlungen sind weit mehr als ein Fundus für spannende Ausstellungen: sie enthalten unerlässliche Informationen für die Forschung in Themen wie Klima, Landwirtschaft…

Flugverspätungs-Ranking: Auf diesen Strecken gibt es die meisten Probleme

Jan 08, 2019
Flugzeug
Berlin - Rund ein Drittel der europäischen Flugstrecken mit den meisten Verspätungen oder Ausfällen im letzten Jahr Jahr hatten ihren Start- oder Zielflughafen in Deutschland. Das ist das Ergebnis…

So entsteht Schnee

Jan 07, 2019
Damit Schnee entsteht, muss nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit stimmen. Bildnachweis: WetterOnline
Wie er sich bildet, welche Arten es gibt und warum Schnee eigentlich weiß istWenn der Winter vor der Tür steht und es draußen kälter wird, träumt man von schneebedeckten Dächern und Baumwipfeln. Ob…

In diesen europäischen Schnellzügen sind Snacks und Drinks am teuersten

Jan 22, 2019
Bahn
Berlin, 22. Januar 2019 – Mit bis zu 330 km/h rasen die mehr als 260 deutschen ICEs über die Schienen. Auch in anderen europäischen Ländern wird mit solchen Schnellzügen gereist. Wer für längere…

Neuer Mindestlohn bringt 1,1 Millionen Euro Extra-Kaufkraft pro Jahr

Jan 09, 2019
Minestlohn noch zu Preiswert?
Der Mindestlohn steigt ab Januar um 35 Cent auf jetzt 9,19 Euro pro Stunde – und mit ihm der Verdienst von 4.510 Menschen im Landkreis Konstanz. So viele Beschäftigte arbeiten hier derzeit zum…

Cyberspace am Hochrhein!

Feb 07, 2019
verlegte Glasfaser
Wie das Internet an den Hochrhein kommt, zeigt deises Youtoube Video aus dem Kanal "Telekom Netz". Um 96 Glasfasern 35 km über den Wald zu legen, ist man erst einmal eine Weile beschäftigt.…

Nur 23 Prozent der Älteren setzen sich mit ihrer Fahrfitness auseinander

Jan 10, 2019
Aktion Schulterblick
20. Dezember 2018 (DVR) – Wie wirkt sich der Gesundheitszustand auf die eigene Fahrtüchtigkeit aus? Laut einer aktuellen Umfrage von YouGov im Rahmen der Kampagne „Aktion Schulterblick" des Deutschen…

SVP lanciert Referendum gegen den 214 Mio. Franken teuren Neubau

Jan 12, 2019
Referendum
Ein von der SVP gegründetes überparteiliches Komitee hat heute mit der Unterschriftensammlung gegen das Neubauprojekt des Naturhistorischen Museums Basel und des Staatsarchivs Basel-Stadt begonnen.…

"Vom Großen im Kleinen" Weniger Schuhmacher, weniger Umweltschutz & Nachhaltigkeit & mehr Müll

Feb 13, 2019
Mein Endinger Lieblingsschuhmacher schließt seinen Reparaturbetrieb. Das klingt erst mal nicht nach einem Thema für eine BUND-Presseerklärung, doch diese Schließung hat viel mit Nachhaltigkeit, lang-…

1. Fotoausstellung würdigt die ältesten Hochschwarzwälder

Jan 25, 2019
Hochschwarzwälder
- „Hoch leben die Wälder“ Nirgendwo in Deutschland können Menschen auf ein längeres Leben hoffen als im Hochschwarzwald. Diesen statistischen Befund nimmt die Hochschwarzwald Tourismus GmbH zum…
Content Rakete
Aug 09, 2017 6606

Web-Content & Web-System

Ihr Content auf fremden Seiten Sie kennen das Potential für SEO wenn eigene Meldungen auf…
Megaphone
Aug 23, 2018 7460

Ihr Artikel bei uns!

Content ist King! Sie möchten Ihre Unternehmens-Artikel streuen, und nicht…
Immobilien am Hochrhien
Jun 21, 2018 1722

Immobilien am Hochrhein

Das Topthema seit langen Zeiten ist das Wohnen zwischen Basel und Konstanz. Wohnen und…
Jun 21, 2018 2132

Schule am Hochrhein

Erreichbarkeit Wie am Hochrhein durch die Geologesche Gegebenheit erforderlich, müssen…
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok