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Geld, Zeit und Aufmerksamkeit für die Leseförderung in Deutschland
Untericht an Schule ©pexels-katerina-holmes-5905920
  • 26. Juni 2024

Geld, Zeit und Aufmerksamkeit für die Leseförderung in Deutschland

Von Mareike Bier | Stiftung Lesen

Mehr Politik wagen!

Was müssen wir tun, damit jedes Kind nach der Grundschule lesen kann? Diese Frage diskutiert Hauptgeschäftsführer Dr. Jörg F. Maas am kommenden Freitag bei einem öffentlichen, hybriden Fachgespräch im Deutschen Bundestag. Eine wichtige Grundsatzfrage, denn aktuell verlässt jedes vierte Kind die Grundschule, ohne ausreichende Lesekenntnisse. Noch immer ist der Bildungserwerb in Deutschland viel zu stark an die Voraussetzungen im Elternhaus geknüpft – aber nicht alle Eltern können in gleichem Maße ihre Kinder unterstützen. Was wir brauchen? Aufmerksamkeit für frühe Leseförderung in den Familien, Geld für bessere Sprach- und Leseförderung in Kitas und mehr Leseangebote in Schulen, vor allem im Ganztag. Hier muss die Politik aktiv werden, um das Problem an der Wurzel zu packen.

Mainz - Kinder, die schon frühzeitig von ihren Eltern oder anderen Bezugspersonen vorgelesen bekommen, lernen später selbst leichter lesen und haben bessere Noten in allen Fächern in der Schule. Das belegen Zahlen die im Rahmen des Vorlesemonitors der Stiftung Lesen erhoben werden. Die gleichen Zahlen zeigen aber auch: rund 39 Prozent der Eltern von ein- bis achtjährigen Kindern lesen selten oder gar nicht vor. Mit diesem Nachteil starten Kinder dann in viel zu großen Klassen mit viel zu wenig Lehrpersonal und sollen dort in kürzester Zeit aufschließen, obwohl gar nicht auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen werden kann. Die Last der Verantwortung für eine gelungene schulische Ausbildung kann aber auch nicht allein auf den Schultern der Lehrkräfte liegen, denn die Weichen für das Lesenlernen werden bereits vor Schuleintritt gestellt.

Bildung geht uns alle an

Dass die Lesefähigkeit auch ein Wirtschaftsfaktor ist, zeigen die Zahlen der Bertelsmann Stiftung 2021. Laut ihr verlassen in Deutschland jedes Jahr mehr als 47.500 Jugendliche die Schule ohne Bildungsabschluss – kaum verwunderlich, wenn mehr als jedes vierte Kind nicht ausreichend lesen kann und keine Chance hat, diesen Rückstand aufzuholen. Hier ist neben Eltern, Lehrkräften und freiwillig Engagierten vor allem die Politik gefragt. Dr. Jörg F. Maas, Hauptgeschäftsführer der Stiftung Lesen fordert: „Wir brauchen mehr Geld, aber nicht nur in den Schulen, sondern auch für die Familien. Programme wie Lesestart stärken nachweislich die Bedeutung des Lesens in Familien mit ganz kleinen Kindern – und genau das muss weitergeführt und ausgebaut werden. Im nächsten Schritt brauchen wir mehr und besser geschulte Erzieherinnen und Erzieher für die Sprach- und Leseförderung in den Kitas. Und die Lesezeit an Grundschulen müssen wir verdoppeln – mit 141 Minuten pro Woche liegen wir deutlich unter dem Mittelwert der OECD-Staaten von 205 Minuten. All das ist nur mit dem nötigen Gestaltungswillen und konkreten politischen Maßnahmen machbar.“

Fachgespräch im Bundestag

Welche Maßnahmen im frühkindlichen, schulischen und außerschulischen Bereich tragen zur Steigerung der Lesekompetenzen bei? Welche innovativen Konzepte gibt es, welche erfolgreichen Programme sollten ausgebaut werden? Wie kann der Bund gezielt zusätzliche Unterstützung leisten? Beim hybriden Fachgespräch „Wie kann gute Leseförderung gelingen?“ der Partei Bündnis 90/DIE GRÜNEN im Bundestag am kommende Freitag, 28.06.2024, nimmt Dr. Jörg F. Maas teil. Das Gespräch ist öffentlich und kann digital gestreamt werden. Alle Informationen unter: https://www.gruene-bundestag.de/termine/wie-kann-gute-lesefoerderung-gelingen


Ressort: Bildung und Kultur

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