Regionalportal und Internetzeitung für Pressemeldungen!

 

Ernährungspolitik nachhaltiger gestalten

Gemeinsame Agrarpolitik der EU muss laut einem neuen Bericht zur "Gemeinsamen Nachhaltigen Ernährungspolitik" werden

Ein neuer Bericht der Food Research Collaboration besagt, dass die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union sich zu einer "Gemeinsamen Nachhaltigen Ernährungspolitik" entwickeln muss, um im 21. Jahrhundert relevant zu bleiben.

Das Informationspapier mit dem Titel "Does the CAP still fit?" (Ist die GAP noch zeitgemäß?) spricht sich dafür aus, dass Entscheidungsträger neben Agrarproblemstellungen auch auf die unterschiedlichen aktuellen Ernährungsthemen eingehen und diese in die Politik einbeziehen müssen. Dazu gehören Themen wie die Kohlendioxid-Reduzierung, ein schonender Wasserverbrauch, die Verringerung der Lebensmittelverschwendung, öffentliche Gesundheit und Kundenzufriedenheit.

Die Autoren  – Professor Alison Bailey, Professor Tim Lang und Dr. Victoria Schoen – erklären, dass dieser bereichsübergreifende Ansatz für Großbritannien und Europa dringend erforderlich ist, unabhängig davon, wie das Referendum Großbritanniens zur EU-Mitgliedschaft ausgeht.

Neben der Vorstellung von Möglichkeiten einer künftigen Ausrichtung der GAP untersucht die Studie deren Geschichte, Zweck, Auswirkung, Finanzierungsaspekte und im Laufe der Zeit stattgefundenen Veränderungen.

Die Autoren vertreten die Meinung, dass die GAP keineswegs festgefahren ist, sondern dass sie seit ihrem Inkrafttreten 1962, als ihr die Hauptaufgabe zukam, die Ernährungsunsicherheit der Nachkriegszeit zu beseitigen,  immer wieder reformiert wurde. Sie bemerken jedoch, dass der Ernährungssektor heute ganz anders funktioniert, wobei die Lebensmittelbranche mittlerweile ein viel wichtigerer Arbeitgeber ist als die Landwirtschaft selbst.

"Does the CAP still fit?" ist der Titel der dritten Studie zur vielschichtigen Verbindung zwischen dem Lebensmittelsektor Großbritanniens und der EU von der Food Research Collaboration (FRC), einer Initiative des Centre for Food Policy der City University London, finanziert durch die Esmée Fairbairn Foundation.

Nachfolgend die wichtigsten Erkenntnisse dieses Berichts:

  • Seit ihrem Inkrafttreten im Jahr 1962 hat die GAP bereits mindestens sieben Reformen durchlaufen.
  • Die Generaldirektion für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in Brüssel beschäftigt lediglich 1.000 Mitarbeiter, macht jedoch ein Drittel des gesamten EU-Budgets aus.  Die Defra in Großbritannien hingegen beschäftigt allein 2.000 Mitarbeiter für England.
  • Die GAP verschlingt weitaus weniger als 70% des EU Budgets, wie dies noch in den 1980er Jahren der Fall war, sondern etwas unter 40%, Tendenz fallend.
  • In Großbritannien erhalten die Landwirte lediglich 10 Mrd. GBP der 198 Mrd. GPB, die die Briten jährlich für Lebensmittel ausgeben.  Viele Landwirte benötigen die Subventionen, um ihre landwirtschaftlichen Betriebe aufrecht erhalten zu können.
  • Es werden vier grundsätzliche Optionen für eine neue Ausrichtung der GAP und nächste Reformphase betrachtet, in der die neue GAP: (a) signifikant geschwächt wird ; (b) sich pragmatisch weiterentwickelt; (c) sich als Politik zur Entwicklung des ländlichen Raums versteht; oder (d) zu einer “Gemeinsamen (Nachhaltigen)Ernährungspolitik” wird.

Die GAP hat sich verändert, Subventionen gekürzt und setzt sie sich heute besonders für die Finanzierung des ökologischen Fortschritts ein - der Bericht liefert eine Zusammenfassung dieser Reformen und welche Zwecke sie verfolgen.  Die Autoren stellen fest, dass nicht alle Reformen erfolgreich verlaufen sind und dass die GAP noch "viele Probleme" hat und "radikale" Veränderungen nötig sind.

Die Studie konstatiert auch, dass es zwar offensichtlich ist, dass sich der internationale Ernährungssektor weiterentwickelt, aber dass die Auswirkungen der landwirtschaftlichen Produktion auf die öffentliche Gesundheit nicht ernst genug genommen werden.  Die Autoren erklären, dass "Politiker und Entscheidungsträger nicht zu erkennen scheinen wie wichtig diese Veränderungen sind."

Professor Tim Lang, vom Centre for Food Policy der City University London und Senior Advisor beim FRC, meinte:

“Über die GAP hat man sich immer gern lustig gemacht und Geschichten erzählt, sie musste immer als Beispiel für die Ineffizienz von Europa herhalten. Dabei hat sie in den vergangen 60 Jahren immer wieder Reformen durchlaufen.  Wir kritisieren hauptsächlich, dass sie heute zu stark auf die Landwirtschaft ausgerichtet ist und besser stärker auch auf die öffentliche Gesundheit, Ökosysteme und eine gute Ernährung der Menschen ausgerichtet werden sollte.  Unabhängig davon, ob Großbritannien nun in der EU bleibt oder nicht, diese Ziele müssen verfolgt werden.

"Die GAP muss zu einer Gemeinsamen Nachhaltigen Ernährungspolitik werden,  wenn man sich wissenschaftliche Untersuchungen ansieht. Das Problem ist, dass die Entscheidungsträger entweder zu zögerlich reagieren oder geblendet von dem Irrglauben sind, dass man mit moderner Technik schon alle künftigen Ernährungsprobleme lösen wird.  Das wird jedoch nicht der Fall sein.  Auch die Lebensmittelkultur muss sich ändern."

Dr. Victoria Schoen, Forschungsstipendiatin für den FRC, sagte:

"Die GAP hat es ohne Zweifel geschafft, die Ernährungsunsicherheit der Nachkriegszeit zu beenden und versucht, mit dem zeitlichen Wandel Schritt zu halten -  heute ist jedoch die Anpassung ihrer Ziele an neue Realitäten der Bereiche Landwirtschaft, Ernährung und  ländliche Entwicklung erforderlich, um in Zukunft ein gesundes, nachhaltiges Ernährungssystem garantieren zu können."

Professor Alison Bailey, von der Lincoln University in Neuseeland (zuvor an der University of Reading tätig), meinte:

"Bei der GAP kommt es jetzt darauf an, sich wieder darauf zu konzentrieren, wofür sie ursprünglich eigentlich ins Leben gerufen wurde, nämlich um die Menschen zu ernähren, und dies auf eine verantwortungsvolle Weise, indem man darauf achtet wie Lebensmittel produziert werden, dass die Landwirte die erforderliche Unterstützung erhalten, die Verbraucher mit hochwertigen Lebensmitteln versorgt werden, und dabei Umwelt- und Tierschutznormen eingehalten werden."

Tags: Lebensmittel

Kommentare powered by CComment

Nur 23 Prozent der Älteren setzen sich mit ihrer Fahrfitness auseinander

Jan 10, 2019
Aktion Schulterblick
20. Dezember 2018 (DVR) – Wie wirkt sich der Gesundheitszustand auf die eigene Fahrtüchtigkeit aus? Laut einer aktuellen Umfrage von YouGov im Rahmen der Kampagne „Aktion Schulterblick" des Deutschen…

Sternsinger zu Gast im Landratsamt

Jan 03, 2019
Sternsinger im Landratsamt
Zu den schönen Traditionen am Anfang des Jahres gehört auch der Besuch der Sternsinger im Landratsamt. Landrat Dr. Martin Kistler und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter freuten sich über den…

2019: Diese Heizungen müssen raus

Jan 07, 2019
Eine Gebäudeenergieberatung zeigt auf, welche Optionen bei einem Heizungstausch sinnvoll sind. Foto: Zukunft Altbau
Hauseigentümer müssen Ü30-Heizkessel erneuern Zukunft Altbau rät, bei einem Tausch möglichst auf Ökoheizungen umzusteigen. Ein Heizkessel muss nach 30 Jahren Betrieb in der Regel ersetzt werden. So…

So entsteht Schnee

Jan 07, 2019
Damit Schnee entsteht, muss nicht nur die Temperatur, sondern auch die Luftfeuchtigkeit stimmen. Bildnachweis: WetterOnline
Wie er sich bildet, welche Arten es gibt und warum Schnee eigentlich weiß istWenn der Winter vor der Tür steht und es draußen kälter wird, träumt man von schneebedeckten Dächern und Baumwipfeln. Ob…

WestLotto steigert Umsatz um mehr als vier Prozent

Jan 02, 2019
In NRW wurde 2018 wieder häufiger Lotto gespielt. Foto WestLotto
Konsequente Kundenorientierung zahlt sich aus Der Traum vom großen Glück verbindet die Menschen, das beliebteste Mittel, um sich diesen zu erfüllen, ist Lotto. In NRW werden wieder häufiger Kreuzchen…

Heimisches Superfood: Kartoffel-Experten auf der Internationalen Grünen Woche

Jan 15, 2019
Ob gelb, braun, klein, groß, dick oder dünn: Mit der Kampagne „Die Kartoffel – Entdecke ihre Stärke“ zeigt das Nachtschattengewächs, was in ihm steckt. Quelle: KMG
Berlin - Mit Profikoch, Koch-Events und Verkostungen präsentiert sich der Landesverband der Kartoffelkaufleute Rheinland-Westfalen in diesem Jahr vom 18. bis 20. Januar 2019 auf der Internationalen…

Kindertheateraufführungen in der Mediathek der Stadt Wehr

Jan 06, 2019
Der Drache Otto mit der Lore!
Am Montag, 14. Januar ist das HappyEnd Figurentheater zu Gast mit dem Stück „Hexenzauber mit dem Drachen Otto“Ein Puppenstück mit frecher Hexe, knuddeligem Drachen und kleinen Zaubereien für Kinder…

Neuer Mindestlohn bringt 1,1 Millionen Euro Extra-Kaufkraft pro Jahr

Jan 09, 2019
Minestlohn noch zu Preiswert?
Der Mindestlohn steigt ab Januar um 35 Cent auf jetzt 9,19 Euro pro Stunde – und mit ihm der Verdienst von 4.510 Menschen im Landkreis Konstanz. So viele Beschäftigte arbeiten hier derzeit zum…

Am 21.01.2019 jährt sich einer der bestverdrängten Atomunfälle der Welt zum fünfzigsten mal

Jan 11, 2019
AKW
Wer an schwere Atomunfälle, an Kernschmelzen und an den größten anzunehmenden Unfall (GAU) denkt, der denkt an Fukushima, Tschernobyl und Harrisburg. Aus dem kollektiven Gedächtnis (fast) erfolgreich…
Immobilien am Hochrhien
Jun 21, 2018 1478

Immobilien am Hochrhein

Das Topthema seit langen Zeiten ist das Wohnen zwischen Basel und Konstanz. Wohnen und…
Jun 21, 2018 1832

Schule am Hochrhein

Erreichbarkeit Wie am Hochrhein durch die Geologesche Gegebenheit erforderlich, müssen…
Content Rakete
Aug 09, 2017 6405

Web-Content & Web-System

Ihr Content auf fremden Seiten Sie kennen das Potential für SEO wenn eigene Meldungen auf…
Megaphone
Aug 23, 2018 6318

Ihr Artikel bei uns!

Content ist King! Sie möchten Ihre Unternehmens-Artikel streuen, und nicht…
Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Ok