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  • 01. September 2016

„Humanistische Alternative Bodensee“ (HABO) löst sich auf

Von Dennis Riehle | Sprecher Humanistische Alternative

Die „Humanistische Alternative Bodensee“ (HABO) löst sich auf. Wie ihr Sprecher, Dennis Riehle, mitteilte, wird der lose Zusammenschluss aus Atheisten, Konfessionsfreien, Freidenkern und Humanisten nach vier Jahren sein Wirken beenden. Grund ist einerseits, dass es über die Zeit hin nicht gelungen sei, in verschiedenen Projekten auch Erfolge zu erzielen. Riehle nennt dabei beispielsweise den stockenden Austausch mit der Konzilstadt Konstanz über ergänzende Programmpunkte des Konziljubiläums aus säkularer Sicht.

Andererseits sei es zweifelsohne schwierig, in einer doch kirchlich geprägten Region mit entsprechend humanistischen Ansichten Fuß zu fassen. Riehle bemerkte nach eigenen Angaben auch, dass viele Menschen, die die Kirche verlassen hatten, vor neuen Bindungen an Vereinigungen zurückschrecken. „Wir hatten die HABO zwar explizit offen gestaltet, um den Zwang, den manche Ausgetretene aus den Religionsgemeinschaften in negativer Erinnerung hatten, zu vermeiden. Insgesamt ist aber auch die Bereitschaft zum Engagement in unserer Gesellschaft nur noch bedingt vorhanden“.

Die HABO hatte sich vor allem in der Öffentlichkeitsarbeit eingebracht, um auf säkulare Positionen aufmerksam zu machen und den gesellschaftlichen und politischen Diskurs zu bereichern. Mit Petitionen und Eingaben bei Parlamenten und Ministerien konnte man teils beachtliche Fortschritte erzielen. Auch beriet man Personen im Zuge des Kirchenaustritts und bei Fragen des Glaubens, suchte den ungebundenen Austausch mit den freidenkerischen Dachorganisationen und unterstützte bei Veranstaltungen zu gemeinsamen Themen. Bis zuletzt waren rund 30 Interessierte bei der HABO verzeichnet, sie kamen aus dem gesamten Bodenseeraum, bis ins Allgäu und in die Schweiz und Österreich hinein. Riehle habe angeboten, die bestehenden Strukturen zu übergeben, die ausbleibenden Rückmeldungen führten schließlich zum Entschluss der Auflösung der Initiative.

Der HABO-Sprecher betont für sich: „Ich selbst habe die Erfahrungen in der säkularen Szene genutzt, um auch meinen Glauben noch einmal zu hinterfragen. Ich war zwar aus der evangelischen Kirche ausgetreten, auch fehlte mir der Bezug zu manch christlicher Leere. Aber die Überzeugung nach der Existenz eines Gottes ist über die Zeit unter Atheisten doch eher wieder gewachsen. Die Zentrierung des Ichs in humanistischen Kreisen hat mich ebenso befremdet wie die damit verbundene Kühle im emotionalen Denken und Handeln. Ich tausche mich also künftig gern mit anderen Menschen über ihren Gottesglauben aus, frei, ohne Bindung an Dogmen. Meine wertkonservativen Ansichten in sexualethischen Fragen, im Lebensschutz sowie in der Familienpolitik bleiben davon unberührt. Und ausgeschlossen ist nicht, dass ich in die Kirche zurückkehre“, so Riehle abschließend.

Wer sich am Austausch über den eigenen Glauben interessiert zeigt, kann sich bei Dennis Riehle unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. melden.


Ressort: Glaube und Gesellschaft

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