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Staatliche „Ausbildungsgarantie“ ist weder sinnvoll noch zeitgemäß

Hermeshelm ©Gerald Kaufmann

- Stellv. DIHK-Hauptgeschäftsführer Achim Dercks anlässlich der Veröffentlichung „Ausbildungsperspektiven in Zeiten von Corona“ der Bertelsmann-Stiftung

„Auch zu Corona-Zeiten bleibt Ausbildung für Jugendliche ein attraktiver Weg in das Berufsleben. Dieses Kernergebnis der neue Bertelsmann-Studie ist erfreulich. Die Sorge um schlechtere Ausbildungschancen ist ernst zu nehmen, aber in weiten Teilen unbegründet. Obwohl viele Betriebe derzeit durch die Corona-Pandemie auf Sicht fahren müssen, ist Nachwuchssicherung nach wie vor ein zentrales Thema. So sind beispielsweise laut der jüngsten DIHK-Ausbildungsumfrage die Übernahmequoten nach der Ausbildung fast unverändert hoch. Für die Schulabsolventen dieses Jahres ist es wichtig zu wissen, dass der Einstieg in Ausbildung auch nach dem 1. September noch möglich. Auch die Berufsschulen haben angekündigt, in diesem Jahr besonders flexibel zu sein. Suchende Jugendliche sind gut beraten, am Ball zu bleiben und auch einen Blick über die Heimatregion hinaus oder auf alternative Berufe zu werfen. Allein in der bundesweiten Lehrstellenbörse der IHKs sind noch über 13.000 freie Ausbildungsplätze zu finden. Die Industrie- und Handelskammern oder auch Arbeitsagenturen helfen gerne bei der Ausbildungsplatzsuche.

Die von der Bertelsmann-Stiftung vorgeschlagene staatliche „Ausbildungsgarantie“ ist weder sinnvoll noch zeitgemäß. Angebot und Nachfrage am Ausbildungsmarkt zusammenzubringen ist in Zeiten von Corona die zentrale Herausforderung. Jenseits der besonderen Situation in diesem Jahr hat die vergangene DIHK-Ausbildungsumfrage ausserdem gezeigt, dass rund 18.000 Betriebe nicht einmal eine Bewerbung erhalten haben und über 53.000 Ausbildungsplätze unbesetzt blieben. Überproportional häufig gingen vor allem kleine und mittlere Betriebe leer aus, die zudem weniger Möglichkeiten haben, für sich zu werben oder schwächere Schulabgänger intensiv zu coachen. Gemeinsames Ziel muss es in dieser Situation vielmehr sein, leistungsschwächere Jugendliche direkt in eine zweijährige Ausbildung zu bringen oder sie im Betrieb auf eine Ausbildung vorzubereiten. Eine betriebliche Einstiegsqualifizierung (EQ) mit hohen Übergangsquoten von über 60 Prozent ist dabei ein hervorragendes Instrument.

Betriebe und Schulabgänger hatten es in den letzten Wochen wegen der Pandemiebeschränkungen sehr schwer, zueinander zu finden. Die Begleitung bei der Berufsorientierung durch Betriebe, Lehrkräfte und Arbeitsagenturen konnte nicht stattfinden. Die Corona-Pandemie hat die ausbildungsanbahnenden Prozesse damit um zwei bis drei Monate nach hinten verschoben hat. Allerdings sehen wir derzeit einen Nachholeffekt. Viele Unternehmen und Jugendliche schließen jetzt Ausbildungsverträge ab, die sie in vergangenen Jahren einige Wochen früher unterzeichnet hätten. Die ab 1. August zu beantragenden Prämien für ein hohes Ausbildungsengagement können zusätzlich motivierend wirken.“

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