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Drogenpolitik: Verantwortungslos und verblendet

Joint - nicht so harmlos ©Gerald Kaufmann

Kommentar

Auch als links denkender Mensch habe ich keinerlei Verständnis für die aktuell neu aufgebrachte Diskussion über die Legalisierung von „weichen Drogen“. Die Mahnung jener, die in der Praxis mit den Opfern von Cannabis-Konsum zu tun haben, sollte uns wachrütteln und zu einem klaren Kurs ermutigen: Es ist eine Mär, wonach Suchtverhalten kontrolliert werden könnte.

Denn es ist gerade die Unberechenbarkeit solcher Substanzen, die Menschen gefangen hält und sie immer weiter als Geisel nimmt, solange wir nicht stark genug sind, mit Hilfe und Entwöhnung zu entkommen. Dieser für den Körper und die Seele überaus anstrengende und Kräfte zehrende Prozess wäre nicht nötig, würden wir auch weiterhin die konsequente Botschaft ausgegeben, wonach die Einnahme von Drogen jeglicher Art verboten ist.

Ein gesamtgesellschaftlicher Konsens, der sich aus der Überzeugung trägt, Menschen keinerlei Drogen auszusetzen, weil wir um ihre Gesundheit besorgt sind, müsste unser Miteinander des 21. Jahrhunderts leiten. Dass wir in Deutschland bereits Alkohol und Tabak freigegeben haben, muss uns eine Lehre sein. Denn auch die hoffähig gewordene Nutzung dieser beiden Mittel täuscht nicht darüber hinweg, welch massive Konsequenzen die langfristige Heranziehung von Hochprozentigem und Zigaretten mit sich bringt.

Die Todeszahlen aufgrund von Lungenkrebs sind eklatant und stehen jenen der Leberzirrhose in kaum etwas nach. Wer Drogen verharmlost, zeigt Desinteresse an sich selbst – und an den Mitmenschen. Der Versuch, den Wunsch nach Unterdrückung von Lebenskrisen und Persönlichkeitsschwächen durch die Heranziehung von Drogen zu entsprechen, muss schon deshalb kläglich scheitern, weil die berauschende Wirkung von Cannabis rasch zu einem Gewöhnungseffekt führt, der für den Einzelnen keinerlei „Mehrwert“ mehr besitzt – und stattdessen nur noch Raubbau an Physis und Psyche betreibt.

Und selbst die, die von einer Lenkbarkeit des Drogenkonsums überzeugt sind, müssen erkennen: Der Geist, der erst einmal aus der Flasche gelassen wurde, lässt sich nicht mehr einfangen. Viel zu groß ist das Suchtpotenzial, die Verführung und die Neugier gegenüber dem Unbekannten. Dem Staat und öffentlichen Institutionen kann vielleicht eine geordnete Drogenabgabe gelingen, die Steuerung dessen, was danach passiert, liegt nicht mehr in ihren Händen.

Die Botschaft einer Liberalisierung von „weichen Drogen“ befeuert den Schwarzmarkt sehr viel stärker als bisher, denn das Wissen um Straflosigkeit lässt den unvernünftigen, rücksichtslosen und egozentrischen Umgang mit Cannabis erst richtig sprießen. Kleinste Mengen genügen schon, um Abhängigkeit zu erzeugen und den Menschen in die Spirale der völligen Hilflosigkeit zu verlieren. Er gibt nicht nur sein Selbst ab, sondern offenbart sein Leben der Droge selbst, aber auch jenen, die ihn mit dem nächsten Schuss bei Laune halten. Sucht lässt sich nicht mehr zurückdrehen.

Wer heute die Entkriminalisierung des Drogengebrauchs fordert, handelt verantwortungslos und von der Utopie verblendet, wonach es Staat und Gesellschaft gelingen könne, durch eine kontrollierte Herausgabe von weichen Drogen einen vertretbaren und überprüfbaren Gebrauch zu ermöglichen. Spätestens außerhalb der Abgabestelle sind die Konsumenten verloren, denn es kann weder praktisch funktionieren, noch ist es theoretisch vertretbar, wonach die Zivilgesellschaft in Verantwortung für jene einsteht, die dem Reiz nicht widerstehen können.

Ohnehin müssen wir doch fragen, wofür die Menschheit denn abseits des streng geregelten, medizinischen Einsatzes überhaupt Cannabis bedarf. Das Gefühl, „high“ zu sein, ist weder ein sinnreicher, noch erstrebenswerter Zustand. Die Freiheit von uns Menschen vermag nicht in der Lage zu sein, dem unserer Vernunft entgegenstehenden Handeln Einhalt zu gebieten und uns von dem Lockpulver Cannabis loszusagen. Viel eher ist sie es, die als Argument für die Drogenfreigabe herangezogen wird. Grundsätzlich steht es fernab geltender Gesetze prinzipiell jedem offen, sich zu bekiffen und zuzudröhnen, bis wir in eine andere Atmosphäre übergleiten.

Dieser Ausflug in eine Welt der scheinbaren Sorglosigkeit ist stets temporär begrenzt, die Rückkunft auf den Boden der Realität fällt hart aus. Wer sich seinen Problemen nicht durch Drogenkonsum entziehen will, bekommt vielfältige Hilfe, um auch Cannabis dankbar entsagen zu können. Statt es zu entkriminalisieren, müssen wir Menschen rationale Unterstützung bieten, die es nicht nötig macht, sich in Halluzinationen und Träumen der Realität zu entziehen. Daher appelliere ich, die psychologischen Beratungsangebote in diesem Land zu fördern und von jeglicher Legalisierung von „weichen“ Drogen abzusehen. Denn sie sind Türöffner in ein Hamsterrad, das unser Leben verpixelt und uns verrückt macht.

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