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Unseriöse Grauzone wird zur grünen Spielwiese

Daniel Winter-Holzinger

Ein einheitlicher Glücksspielstaatsvertrag tritt am 1. Juli 2021 in Kraft.

Der Glücksspielstaatsvertrag legalisiert in ganz Deutschland das Online-Glücksspiel. Eine gravierende Änderung ist das Einsatzlimit von 1.000 € pro Spieler im Monat. Durch Datenkontrolle soll der Einhalt von Sucht- und Jugendschutz gewährleistet werden. Aber werden durch die neuen und einheitlichen Regelungen wirklich alle Schlupflöcher gestopft? Und wirkt sich dieses Vorgehen langfristig und positiv auf die steigenden online Glücksspielzahlen aus? Daniel Winter-Holzinger war über 15 Jahre für Wettanbieter tätig, bis er die Seiten wechselte und die größte deutschsprachige Aufklärungs- und Bildungsplattform für professionelle Sportwetten gründete. "Vor allem in der Pandemie haben wir ein starkes Wachstum unserer Kursteilnehmer feststellen können", sagt Daniel, "die meisten davon sind Familienväter, die endlich anfangen Verantwortung zu übernehmen, statt unüberlegt vierstellige Beträge zu verpulvern“.

Wie sah die Regulierung bislang aus?

Bislang regulierte der Glückspielstaatsvertrag, dass im Sinne der Suchtprävention ausschließlich Glücksspiele dann angeboten werden dürfen, wenn das jeweilige Bundesland über solch eine staatliche Genehmigung verfügt. Dabei war Schleswig-Holstein das einzige Bundesland, in welchem Casinos eine dafür notwendige Lizenz erwerben konnten. Diese gesetzliche Regulierung zeigte sich in der Umsetzung jedoch enorm komplex und nicht einheitlich. Das Veranstalten von Online-Glücksspielen wird im Vertrag nämlich ausgeschlossen, demnach wären alle Glücksspiele im Netz illegal. Dem ist jedoch nicht so, denn für Online-Glücksspiele sowie -Sportwetten gab es bislang gesonderte Regulierungen: Wer hier über eine staatliche Genehmigung mit der notwendigen Lizenz verfügte, der durfte seine Dienste auch online anbieten. So konnten beispielsweise Betreiber eines Online-Casinos aus Schleswig-Holstein dieses auch legal betreiben, zugleich aber auch landesweit bewerben. Inwieweit der Wohn- oder Aufenthaltsort von Usern dieser Online-Casinos kontrolliert wurde, ist fraglich. Es ist jedoch davon auszugehen, dass dieser Aspekt kein allzu großes Hindernis darstellte und solche Anbieter landesweite Kunden verzeichnen konnten.

Was ändert sich nun?

Am 1. Juli tritt nun der Glücksspiel-Neuregulierungs-Staatsvertrag in Kraft. Er sieht vor, das Online-Glücksspiel einheitlich und unter strengen Auflagen zu legalisieren, um Spieler zu schützen und gefährliche Grauzonen sowie den Schwarzmarkt einzudämmen. Während User bislang auf ausländischen Internetseiten Glücksspiele und Sportwetten ohne Kontrollen ausüben konnten, kann durch die Legalisierung das Online-Spielen weiterhin mit Lizenzen der Anbieter reguliert werden. Zudem stehen die Spieler im Fokus des Staatsvertrages, diese gilt es auch im Sinne des Jugendschutzgesetztes zu schützen und einer Suchtgefährdung

aktiv entgegen zu wirken. So beträgt die maximale monatliche Einzahlungssumme für Sportwetten und Casinos online 1000 Euro, das Einloggen auf mehreren Portalen zeitgleich, wie beispielsweise zum Wetten während eines Fußballmatches bei unterschiedlichen Anbietern ist nun auch nicht mehr möglich. Außerdem werden, um Menschen vor einer möglichen Sucht zu schützen, Daten aller Spieler erfasst, die auch von anderen Casinos einsehbar sind.

Erhöhter Spielerschutz?

Im Zuge des neuen Vertrages wurde stetig kommuniziert, dass der Spielerschutz an erster Stelle stehe und die neuen Regelungen diesen verstärkt schützen sollen. Unerwähnt bleibt dabei jedoch meist, dass Kunden nach einer gewissen Zeit an Inaktivität bei ihrem Wettanbieter eine Inaktivitätsgebühr zahlen müssen. So kann der Anbieter beispielweise nach einer Inaktivität von einem Jahr solch eine monatliche Gebühr in Höhe von 5 Euro verlangen, solange bis das Konto leergeräumt ist. Es wirkt, als würden die Wettanbieter hier eine Langzeitwette an dem Tod ihrer Kunden führen, denn auch wenn jemand verstirbt und Angehörige über ein Konto bei einem Wettanbieter nicht Bescheid wissen, wird diese Gebühr eingezogen. Dass Spieler geschützt werden müssen ist klar, hier bedarf es jedoch dringend einer gesetzlichen Regulierung der Inaktivitätsgebühr, damit der Schutz auch tatsächlich stattfindet.

Grüne Spielwiese statt unseriöser Grauzone?

Der neue Glücksspiel-Neuregulierungs-Staatsvertrag sieht also eine Liberalisierung des Marktes vor, um Online-Spiele und -Sportwetten zu legalisieren und regulieren. Unseriösen Anbietern aus dem Ausland werden so ihre Vorteile genommen, um den Markt aus staatlicher Sicht mehr kontrollieren zu können. Es wirkt wie ein durchdachtes Konzept, das vor allem darauf fokussiert ist, Spieler zu schützen. Jugendschutz und Maßnahmen zur Prävention einer Spielsucht nehmen in dem knapp 70 Seiten langen Gesetz eine prägnante Rolle ein. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, Glücks- und Wettspiele liberalisiert und kontrolliert auf dem Markt anbieten zu können.

Über den Autor:

Daniel Winter-Holzinger war über 15 Jahre für Wettanbieter tätig, bis er die Seiten wechselte und die größte deutschsprachige Aufklärungs- und Bildungsplattform für professionelle Sportwetten gründete. Bei der Sports Betting Academy berät er Kunden und leistet Aufklärungsarbeit, auf seinem YouTube-Kanal informiert er seine Fans zu aktuellen Themen. Ein Video zu dem neuen Glücksspiel-Neuregulierungs-Staatsvertrag ist hier zu finden: https://www.youtube.com/watch?v=Znk1z5ETuI8

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