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Wie weiter nach dem Standortentscheid?
Atommüll ©Gerald Kaufmann
  • 15. September 2022

Wie weiter nach dem Standortentscheid?

Von Hanspeter Lienhart | Präsident Regionalkonferenz

Bülach — Am Mittwochabend, 14. September fand in der Stadthalle Bülach die dreizehnte Vollversammlung der 3. Etappe des Sachplanverfahrens geologische Tiefenlager der Regionalkonferenz Nördlich Lägern statt. Sie war geprägt durch den am vergangenen Wochenende bekannt gewordenen Entscheid der Nagra, Nördlich Lägern als einzigen Schweizer Standort für ein Tiefenlager für radioaktive Abfälle vorzuschlagen. Anwesend waren 90 Mitglieder der Regionalkonferenz, zwanzig Gäste und Medienvertreter.

Im Gegensatz zu den Medienkonferenzen am vergangenen Montag und an der Informationsveranstaltung in Stadel erklärte Nagra-CEO Matthias Braun den Anwesenden noch detaillierter, wieso aus Ansicht der Nagra Nördlich Lägern der sicherste Standort für ein Tiefenlager sei. So seien unter anderem die Abstände des Wirtsgesteins Opalinuston zu wasserführenden Schichten wie auch die Flexibilität der möglichen Lageranordnung am grössten.

Der Zürcher Regierungsrat Martin Neukom versicherte der Region die Unterstützung des Kantons in der Abgeltungsfrage, obwohl dazu, wie er zugab, keine Rechtsgrundlagen bestünden. Auch unterstrich er, dass die Rückholbarkeit der radioaktiven Abfälle stets garantiert sei und dass die Pläne für ein Tiefenlager nur realisiert würden, wenn die Aufsichtsbehörde Ensi die Eignungskriterien an die Nagra erfüllt sehe.

Stefan Jordi vom Bundesamt für Energie erläuterte die anstehenden Aufgaben der Regionalkonferenz bis zur Einreichung des Rahmenbewilligungsverfahrens in zwei Jahren und darüber hinaus. Dabei stehen der Beginn von Verhandlungen zu Abgeltungen, Auseinandersetzung mit den sicherheitstechnischen Begründungen der Nagra und die Weiterverfolgung von Massnahmen zur gewünschten Entwicklung in der Region im Vordergrund.

Abschliessend fasste Hanspeter Lienhart, Präsident der Regionalkonferenz, die Stimmung in Nördlich Lägern zusammen. Der Entscheid der Nagra sei nicht überraschend, aber ihre Begründungen seien für viele immer noch nicht nachvollziehbar im Licht der Aussagen von Nagra-Experten von 2015, Nördlich Lägern sei aus bautechnischen Gründen für ein Tiefenlager nicht geeignet. Weiter sei für das Vertrauen in den weiteren Prozess die anstehenden Verhandlungen zu Abgeltungen in der Region zentrales Element. «Wir fordern von den Entsorgungspflichtigen hier endlich glaubwürdige Zeichen zur ernsthaften Verhandlungsbereitschaft».

Er schloss mit der Bitte an die Mitglieder der Regionalkonferenz, der Geschäftsstelle alle offenen Fragen zum Nagra-Entscheid einzureichen. Deren Beantwortung sei dann Haupttraktandum der nächsten Regionalkonferenz. Sie findet am Samstag, den 3. Dezember 2022 statt.

Für weitere Fragen: Hanspeter Lienhart, Präsident Regionalkonferenz, +41 79 708 40 90 und https://regionalkonferenz-laegern.ch


Ressort: Hochrhein

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