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Jugendaustausch - Besuch aus Frankreich

Feuerwehr Konstanz

Alle Vorbereitungen sind getroffen: Die Feldbetten sind aufgestellt, der Frühstücksraum ist vorbereitet, das Essen ist zur Ausgabe bereit. Jetzt fehlen nur noch die Gäste. Freudig erwartet wurde die Jugendfeuerwehr aus Fontainebleau in Frankreich, nicht unweit von Paris gelegen, mit der seit 2002 ein regelmäßiger Austausch stattfindet. Alle zwei Jahre gehen abwechselnd die Konstanzer nach Fontainebleau oder die Franzosen kommen nach Deutschland.

Beim Eintreffen wurde jeder der 18 Jugendlichen und neun Jugendleiter einzeln mit Handschlag begrüßt. Zur Erfrischung standen Getränke bereit - schließlich waren die französischen Feuerwehrleute zehn Stunden mit dem Bus unterwegs, um nach Konstanz zu kommen. Der Stadtjugendwart Martin Volle hieß den Besuch aus dem Nachbarland herzlich willkommen und auf Wunsch der Jugendleiter verteilten sich deutsche und französische Feuerwehrleute beim anschließenden Essen gemischt an die Tische. So konnten gleich schon erste Kontakte geknüpft werden. Sie hatten sich viel zu erzählen. Auch wenn sich die Kommunikation noch etwas schwierig gestaltete. Peter Renker unterstützte als Übersetzer wo es ging, doch wie verständigten sich die Jugendlichen unter sich? "

Wir haben uns hauptsächlich auf Englisch unterhalten", erklärt Jugendsprecherin Anika Romer auf Nachfrage, "unter den Franzosen sind einige wenige, die ein bisschen Deutsch können und wir haben eine Kameradin, die Französisch spricht." Nach dem Essen ging es zum Nachtquartier nach Wollmatingen ins Gerätehaus Urisberg. Hier waren die Franzosen sowie ein Teil der Konstanzer Jugendfeuerwehr (13 Jugendliche und eine Leiterin) untergebracht. Und sie richteten sich auch gleich häuslich ein: Die Betten wurden bezogen, die Waschräume lokalisiert, das erste Gepäck ausgeräumt und die Sportklamotten angezogen. Traditionell joggen unsere Gäste am ersten Abend nämlich noch 30 Minuten durch Wollmatingen, bevor es ins Bett geht. Das soll die Aufregung der Jugendlichen abbauen und für einen ruhigeren Schlaf in der ungewohnten Umgebung sorgen.

Nach einer kurzen Nacht stand am nächsten Tag eine gemeinsame Einsatzübung an. Hierfür wurden die Jugendlichen in Trupps mit je einem Deutschen und einem Franzosen aufgeteilt. An der für den Übungsfall angenommenen Einsatzstelle, dem Gelände der Entsorgungsbetriebe Konstanz (EBK), sollten die angehenden Feuerwehrleute fünf Personen aus einem brennenden Gebäude retten. Der Brand wurde dabei durch Nebelmaschinen und Blitzleuchten simuliert. Beim Aufbau ihres den Rettungseinsatz begleitenden Löschangriffes sahen sich die Jugendlichen jedoch mit einigen Hürden konfrontiert. So stellte sich beim Aufbau einer Wasserversorgung die Suche nach einem Hydranten etwas schwieriger dar, als die Jugendlichen erwartet hatten. Ohne Wasser im Schlauch dürfen sich Feuerwehrleute zu ihrer eigenen Sicherheit niemals einem Brand nähern. Daher musste die gesamte Rettungsaktion warten. Erst nach zehn Minuten konnte der Anschluss an das Grundwassernetz gefunden werden und der erste Trupp durfte auf der Suche nach den vermissten Personen in das Gebäude vorgehen. Die restliche Übungsrettung verlief dank deutsch-französischer Teamarbeit dann problemlos. Alle Kunststoffpuppen konnten aus ihrer Notsituation befreit und gerettet werden.

Bevor es nach der beendeten Übung "zum Abmarsch fertig" hieß, durften die Jugendlichen noch eine Wasserschlacht mit den Feuerwehrschläuchen veranstalten und sich etwas vergnügen. Schließlich steht bei der Jugendfeuerwehr auch immer der Spaß im Vordergrund. Danach hieß es aber: "aufgeräumt und aufgesessen, ab zum Mittagessen". Hierbei ist den Konstanzer Maltesern ein besonderer Dank auszusprechen, die für die Verpflegung der Konstanzer Jugendfeuerwehr mitsamt Gästen gesorgt haben.
Am Nachmittag wurde die Feuerwehruniform dann gegen Zivilkleidung getauscht, bevor es zu einer kleinen Stadtführung mit anschließendem Stadtbummel weiterging.
Am nächsten Tag kam nach einem Ausflug in das Dornier Museum in Friedrichshafen unter den Franzosen der Wunsch auf, schwimmen zu gehen. In ihrer Heimat hätten die Gäste nicht die Möglichkeit, im Bodensee zu schwimmen, daher sei das definitiv ein Höhepunkt für sie gewesen, weiß Jugendleiterin Verena Fritz. Da sich das Wetter über den Morgen verbessert hatte, verbrachten die Jugenfeuerwehrler deshalb den Nachmittag im Strandbad. Den krönenden Abschluss stellte am Sonntagabend die Nachtwanderung durch den Wald in Richtung Sankt Katharine statt.
Am Tag der Verabschiedung waren dann alle traurig gestimmt. "Es war eine super schöne Zeit, wir hatten sehr viel Spaß und konnten viele neue Erfahrungen sammeln", lautete zum Beispiel das Fazit von Anika Romer, "aber es war leider viel zu kurz." Über Whatsapp und Facebook bleibe man jedoch in Kontakt.

Die fleißigen Helfer:

Dank dem überdurchschnittlichen Engagement der Jugendleiter Jochen Herrmann, Jens Jurkschat, Simon Ruf, Thomas Ballert, Fabian Hafner, Natascha Müllner, Max Siefert, Jessica Scherer (stellvertretende Stadtjugenwartin), Julien Hesperle und Verena Fritz gestaltete sich der komplette Ablauf inklusive Auf- und Abbau und Betreuung reibungslos.
Peter Renker war als Übersetzer eine unverzichtbare Hilfe.
Die Malteser Konstanz haben die Jugendlichen vorzüglichst bekocht und wurden dabei von Yvonne Poschmann und Celina Mirsch unterstützt.

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