Zum Hauptinhalt springen
Regionalportal und Internetzeitung für Pressemeldungen!
THIRTY SECONDS TO MARS
Apr. 10, 2026

THIRTY SECONDS TO MARS

Alternative-Rockband um Jared Leto feiert auf kommender Tour zwei ihrer erfolgreichsten Alben nur wenige Bands haben innerhalb der letzten…
Blaulicht
Mai 09, 2026

Zeugenaufruf nach Treppensturz

Konstanz (ots) - Auf dem Gelände des Zentrums für Psychiatrie Reichenau ist am Montag, gegen 16:30 Uhr, eine Rollstuhlfahrerin am Fuße…
Mai 13, 2026

Aktuelles zum Japankäfer 2026

Invasive Art eindämmen! In den vergangenen zwei Jahren wurde in Basel und Riehen im Kanton Basel-Stadt sowie in Münchenstein und Birsfelden…
Mai 15, 2026

Haufe Group wird Hauptsponsor des ZMF

Starke Partnerschaft für die Freiburger Kultur: Die Haufe Group unterstützt das Zelt-Musik-Festival künftig als Hauptsponsor und gibt dem…
Mai 18, 2026

Oldtimer im Zentrum des Geschehens

Die ADAC Carculture brachte die Begeisterung für klassische Fahrzeuge ins Motorworld Village Metzingen Großer Jubel bei der Zieleinfahrt…
Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist kein Selbstbedienungsladen
Fernsehgebühren noch zeitgemäüß?
  • 30. August 2018

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk ist kein Selbstbedienungsladen

Von Amelie Möller | Amelie Möller

– die Frage nach der Grundversorgung

Am bestätigte das Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil die Regelung des Rundfunkbeitrags. Somit fallen weiterhin für jeden Haushalt in Deutschland monatlich 17,50 Euro für Rundfunkgebühren an, mit denen die öffentlich-rechtlichen Sender finanziert werden. Laut dem Jahresbericht 2017 des Rundfunkbeitrags beliefen sich die Gesamterträge aus den Rundfunkgebühren auf fast 8 Milliarden Euro. Doch was genau steckt hinter dieser Abgabe? Prof. Dr. Alfred-Joachim Hermanni, Professor für Medien- und Kommunikationsmanagement an der SRH Fernhochschule, hat sich mit den Vorurteilen und Kritikpunkten befasst.

Neuorganisiert wurden die öffentlich-rechtlichen Sender nach dem zweiten Weltkrieg mit dem Ziel, eine unabhängige, vielfältige Berichterstattung zu gewährleisten. „Die öffentlich-rechtlichen Sender unterscheiden sich in drei wesentlichen Punkten von den privaten Sendern. Zum einen ist die technische Verbreitung so ausgelegt, dass die Sender für jeden erreichbar sind. Zum anderen sind die öffentlich-rechtlichen Anstalten auf Grund der Rundfunkgebühr nicht auf Werbeeinnahmen angewiesen und müssen somit nicht an ihren Einschaltquoten gemessen werden. Darüber hinaus haben sie die Aufgabe, ein inhaltlich umfassendes Programmangebot aus Information, Kultur, Bildung und Unterhaltung für alle Zielgruppen zur Verfügung zu stellen, um die sogenannte Grundversorgung sicherzustellen,“ weiß der Medienexperte Prof. Hermanni.

Viele Gebührenzahler finden den Grundversorgungsauftrag mit 20 öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern und 70 Hörfunkanstalten überdimensioniert. „Ein Standpunkt ist, dass Rundfunkanstalten wie zum Beispiel Radio Bremen oder der Saarländische Rundfunk, die sich nicht selbst finanzieren können, nicht subventioniert werden sollten,“ erklärt Prof. Hermanni. Als positives Beispiel für gute Unternehmensführung, führt er den SWR auf. „Durch die Fusion zwischen Südwestfunk und Süddeutscher Rundfunk konnten erhebliche Einsparungen in den Bereichen Technik, Verwaltung und Personal vorgenommen werden. Warum nicht weitere Kostensenkungen etwa durch die Zusammenlegung von Sparten- und Kulturprogrammen umgesetzt werden, ist aus der Sicht der Gebührenzahler schwer nachvollziehbar,“ so die Einschätzung des Medienexperten. In die richtige Richtung gehe die gemeinsame Nutzung von Studios, wie von ARD und ZDF bei der diesjährigen Fußball-WM praktiziert.

In der Kritik steht ebenfalls die vermehrte Fokussierung der Sender ARD und ZDF auf Unterhaltungsangebote. Da Unterhaltungssendungen nur einen kleinen Teil der Grundversorgung ausmachen sollen, geht das aktuelle Angebot über die Sicherung der Grundversorgung hinaus. „Zweifellos ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk unverzichtbar. Die öffentliche Kommunikation – Grundversorgung und Auftrag – muss weiter gesichert werden. Es ist jedoch an der Zeit, den Fokus der öffentlich-rechtlichen Anstalten neu auszurichten, um unter anderem die jüngeren Zielgruppen wieder mehr anzusprechen und zu hinterfragen, ob der Auftrag der Grundversorgung noch in angemessen Maße erfüllt wird,“ so das Fazit von Prof. Hermanni. So könne zum Beispiel geprüft werden wie das derzeit doppelte öffentlich-rechtliche Korrespondentennetz mit weltweit rund 50 Auslandsstudios reduziert werden könne.


Ressort: Bildung und Kultur

Weitere Nachrichten