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Klimafreundliches Wärmenetz im ländlichen Raum
In Betrieb: Die innovative Fernwärme in Bundorf: Container mit Hackschnitzelheizung und -lager sowie Steuerungstechnik, zwei Wärmepumpen und Pufferspeicher Bildquelle: EGIS eG
  • 03. Mai 2024

Klimafreundliches Wärmenetz im ländlichen Raum

Von Raphael Duffek | EGIS eG

EGIS eG weiht Anlage in Bundorf ein

Startschuss für die Fernwärme auf dem Land: Die Bürgerenergiegenossenschaft EGIS eG und ihre Partner haben am Donnerstag (2. Mai 2024) zusammen mit Steffen Vogel, Mitglied des Bayerischen Landtags, das Fernwärmesystem in Bundorf in Betrieb genommen. Die Anlage ist Teil einer ganzheitlichen Energieversorgung, zu der auch ein 125 Hektar großer Solarpark, einer der größten in Deutschland, sowie einige Ladesäulen für E-Fahrzeuge zählen. „Der Leuchtturmcharakter des Energiewende-Projekts hier im Landkreis Haßberge ist riesig. Das Konzept ist klug und beteiligt zudem die Anwohner; die ganze Gemeinde hat mit großer Zustimmung zur Realisierung beigetragen. Ich wünsche mir, dass wir für die Energiewende überall etwas mehr wie die Bundorferinnen und Bundorfer denken und handeln“, sagt Steffen Vogel zur Eröffnung der Fernwärme.

Die Fernwärmeversorgung in Bundorf besteht aus einer Heizzentrale mit zwei großen Luftwärmepumpen, einem Biomassekessel, einem Warmwasserspeicher und einem 1.600 Meter langen Fernwärmeleitungsnetz, das die klimafreundliche Wärme in die Gebäude bringt. Der Baubeginn war im Jahr 2023, parallel zur Errichtung des großen Solarparks in Bundorf. Seit Ende 2023 befindet sich das Fernwärmenetz im Probebetrieb und ist nun, dank der Integration der Luftwärmepumpen, voll einsatzfähig. Den Strom für die Anlage liefert ein Teil des 125 Megawatt starken Photovoltaikparks, den die EGIS eG mit Ihrem Projektpartner, der MaxSolar GmbH, im September 2023 in Betrieb genommen hat.1,5 Megawatt der installierten Leistung nutzt die Energiegenossenschaft nun für die Fernwärmeversorgung. Der Strom wird mittels Stromdirektleitung an die Heizzentrale am Ortsrand von Bundorf abgegeben. Die Großwärmepumpe erhitzt mit der Energie das Wasser für die Wärmeversorgung. Angeschlossen sind aktuell über 20 private Haushalte sowie die öffentlichen Liegenschaften der Gemeinde wie das Rathaus, das Bürgerhaus und der Kindergarten.

Energiewendeprojekte ganzheitlich denken

Betreiberin des Fernwärmesystems ist die Energiegenossenschaft EGIS eG. „Mit dem Projekt in Bundorf erzeugen wir Solarstrom, tragen zur umweltfreundlicheren Mobilität bei und schaffen eine nachhaltige Wärmeversorgung. Unser Ansatz, Erneuerbare-Energien-Anlagen ganzheitlich einzusetzen, schöpft ihr Potenzial erst richtig aus. Wir bringen damit Fernwärme auch in ländliche Regionen“, informiert Pascal Lang, Vorstandsvorsitzender der EGIS eG. Damit die Fernwärme unabhängig von den Sonnenstunden immer versorgt ist, nutzt das System sowohl die Vorteile der Luftwärmepumpentechnologie als auch die der Hackschnitzelheiztechnik. „Zukünftig werden durch die kommunale Wärmeplanung und dem Ziel, Alternativen für Öl und Gas zu schaffen, viele Fernwärmenetze auf Basis von Hackschnitzel errichtet“, vermutet Matthias Zimmermann, Teamleiter Fernwärme der EGIS eG. Hier setzt der von der EGIS eG gewählte Ansatz an, der die Abhängigkeit von sich veränderbaren Hackschnitzelpreisen auf ein niedriges Niveau reduziert.

Bürgermeister von Bundorf Hubert Endres zeigt sich überzeugt: „Hier wurde eine neuartige Lösung für die Wärmeversorgung im ländlichen Raum geschaffen die, so sind der Gemeinderat und ich überzeugt, eine langfristig, preislich sichere Versorgung für unsere Bürgerinnen und Bürger gewährleistet.“ Die Gemeinden könnten auf diese Art ihre kommunale Wärmeplanung auf ein neues Level heben und ihre Bürgerinnen und Bürger dabei unterstützen, klimafreundlich Wärme zu beziehen. Bisher beschränke sich Fernwärme als Lösung in der Wärmewende weitgehend auf städtische Gebiete. „Das Interesse an unserem Pilotprojekt in Bundorf ist wahnsinnig hoch und wir können uns vor Nachfragen kaum retten,“ äußerst Pascal Lang. Er ist überzeugt: „Dank diesem Ansatz wird der ländliche Raum der absolute Gewinner der Energiewende.

Akzeptanz durch Beteiligung

Die EGIS eG hat bewirkt, dass ein Teil des Solarparks, etwa 30 Prozent, sowie das gesamte Fernwärmesystem in Bundorf, dauerhaft in Bürgerhand verbleiben. „Über unsere Genossenschaft können sich die Anwohnerinnen und Anwohner und alle Interessierten am Solarpark und am Fernwärmesystem beteiligen. Unsere Mitglieder profitieren wiederum von den Erlösen der Erneuerbaren-Energien-Anlagen“, sagt Pascal Lang. Er fügt an: „Auf diese Art sind Energiewendeprojekte ein Gewinn für alle.“ Das Beteiligungsmodell hat zur großen Akzeptanz und Zustimmung der Projekte in Bundorf beigetragen.

Photovoltaik- und Fernwärmeprojekte

Die EGIS eG hat rund 2.500 Mitglieder. Deutschlandweit hat die Genossenschaft bisher über 30 Projekte umgesetzt, darunter Solarparks, u.a. auch mit Batteriespeichern und mehrere Fernwärmenetze. Die EGIS eG informiert auf vielen Veranstaltungen und über Online-Seminare über die Energiewende in Bürgerhand.

Weitere Informationen zur EGIS eG gibt es unter www.egis-energie.de.
Über die EGIS eG:

Die EGIS eG ist ein Zusammenschluss vieler Bürgerinnen und Bürger, Kommunen und Unternehmen. Alle Mitglieder teilen die Überzeugung, dass die Energiewende in Deutschland vor allem in Bürgerhand umgesetzt werden soll. Gegründet 2013, zählt die EGIS eG mittlerweile über 2.500 Genossenschaftsmitglieder. Die EGIS eG beteiligt sich an Projekten zur Erzeugung Erneuerbarer Energie unter Berücksichtigung einer landschafts- und umweltverträglichen Gestaltung. Bei der EGIS eG steht Nutzen- vor Gewinnmaximierung. Durch die Ansammlung von Genossenschaftskapital kann die EGIS eG größere Investitionen verwirklichen. Über 30 Projekte hat sie bisher deutschlandweit umgesetzt. Darunter v.a. viele Photovoltaik-Anlagen. Daneben baut und plant die Energiegenossenschaft Fernwärmenetze und betreibt E-Ladesäulen. Sie hat einen eigenen EGIS-ÖKOSTROM-Tarif. http://www.egis-energie.de/




Ressort: Energie und Umwelt

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