Regionalportal und Internetzeitung für Pressemeldungen!

 

Wo ist unser persönliches Bethlehem?

Krippe ©Gerald Kaufmann

Kommentarzum Ausklang der Weihnachtszeit

Es war zweifelsohne ein ambivalentes Christfest: Vielerorts hat die Floskel der „Stillen Nacht“ durch die Corona-Beschränkungen Wahrheitscharakter erhalten. Oftmals haben die unruhigen Proteste gegen die Politik das friedliche Fest lautstark durchbrochen. Und doch haben die meisten Menschen versucht, sich auch von der erneut ungewöhnlichen Situation nicht beirren zu lassen. Zweifelsohne wird auch 2022 nochmals Einiges von uns abverlangen. Mit dem 06. Januar geht die Weihnachtszeit zu Ende. Was bleibt davon?

Vielleicht die Worte von Friedrich Heinrich Ranke, der uns in seinem Kirchenlied „Herbei, o ihr Gläub’gen“ (EG 45/GL 143) aufruft, nach Bethlehem zu kommen. Das Reisen ist in Zeiten in einer Pandemie schwierig. Und wenn der Prophet den Berg nicht erreichen kann, muss es eben umgekehrt sein. Wo ist also unsere ganz persönliche Krippe, an der wir die Sorgen aus dem vergangenen 2021, die Herausforderungen aus dem neuen Jahr ablegen können und darauf vertrauen dürfen, dass Gott sie in seinem Sohn annimmt?

Wo steht der Stall in unserem Leben, den wir aufsuchen und in dem wir Nöte und Herausforderungen darzubringen vermögen? Welches ist der Ort, an dem wir uns besinnen und innehalten können? Schaffen wir uns ganz bewusst Wege, mit denen wir Kontakt zum Herrn aufnehmen können. Ob es das einkehrende Gebet ist, in dem wir unsere Gedanken übermitteln können.

Ob es die Oasen-Momente der Auszeit sind, in denen wir wieder einmal zu uns finden und Abstand von aller Hektik, allem Trubel und dem Alltagsverdruss nehmen. Ob es die kleinen Dinge sind, die wir neu entdecken und die uns offenbar werden lassen, wie wertvoll unser Dasein ist. Ob es Freunde und Mitmenschen werden, welche wir in den nächsten Monaten wieder einmal hautnah aufsuchen, statt nur über Videochats mit ihnen zu kommunizieren.

Oder ob es ernstgemeinte Vorsätze sein mögen, vielleicht spiritueller oder seelsorgender Natur, mit denen wir uns etwas Gutes zu können – nicht das Ende vom Rauchen, viel mehr Sport oder weniger Arbeit, sondern Rituale und Methoden, die wir nicht nur zum Schein einhalten, um unser Gewissen zu erleichtern. Viel mehr braucht unsere Existenz nach diesen zerrütteten Wochen wieder Struktur und Halt, die wir nur mit bestätigenden und sinnstiftenden Formen der individuellen Erfüllung erreichen können.

Fragen wir uns also, wohin uns der Stern lotst, wo unser ureigenes Bethlehem zu finden ist. Nehmen wir die Gelegenheit wahr, diesen Geburtsort als Sinnbild für einen Neustart unseres persönlichen Lebens zu begreifen. Nichts eignet sich besser als der Beginn eines Jahres, um sich glaub-würdige Gedanken darüber zu machen, welche Veränderungen tatsächlich notwendig und zielführend sind. Machen wir uns ehrlich mithilfe des Kindes dort in der Krippe, betrachten wir unser Hiersein mit seiner Unbeflecktheit, lassen wir los – und schaffen wir frische Perspektiven.

Kommentare powered by CComment

Wohnen am Hochrhein - Hans Thoma Blick ©Gerald Kaufmann
Jun 21, 2018 23474

Immobilien am Hochrhein

Das Topthema seit langen Zeiten ist das Wohnen zwischen Basel und Konstanz. Wohnen und…
Megaphone
Aug 23, 2018 95316

Ihr Artikel bei uns!

Weit gestreute Pressetexte und Inhalte bleiben im Trend. Schließlich kann man die Wege,…
rakete sceene
Aug 09, 2017 21264

Web-Content & Web-System

Joomla und andere Content Management Systeme stehen für Einfachheitaber auch für…