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  • 01. November 2016

Unbegründete Angstmacherei von Economiesuisse zur Vollgeld-Initiative

Von Raffael Wüthrich | Vollgeld-Initiative

Die negativen Aussagen von Economiesuisse basieren auf Missverständnissen und Angstmacherei:

Das Initiativkomitee der Vollgeld-Initiative hat mit Erstaunen die Ablehnung der Vollgeld-Initiative durch die Vertreter von Economiesuisse Kenntnis genommen, denn die Umsetzung der Vollgeld-Initiative führt zu einem sicheren Geld für Alle, einem stabileren Finanzsystem und einer Stärkung der gesamten Volkswirtschaft und insbesondere der Realwirtschaft.

  • Economiesuisse steht im Widerspruch zum aktuellen Stand der wissenschaftlichen Forschung zu Vollgeld. Die internationale Wirtschaftsberatung KPMG zeigt in einer Metastudie, dass die überwiegende Anzahl der wissenschaftlichen Studien zu dem Ergebnis kommen, dass Vollgeld zu mehr ökonomischer Stabilität und Beschäftigung, zu geringeren öffentlichen und privaten Schulden und zu einer Verhinderung von Inflation führt.
  • Economiesuisse übersieht in ihrer Beurteilung, dass die Initiative weiterhin Darlehen der Nationalbank an die Geschäftsbanken zulässt. Damit wir die ideale Geldmenge nicht allein von der Nationalbank, sondern weiterhin in Zusammenarbeit mit den Bedürfnissen der Wirtschaft ermittelt. Gerade diese Möglichkeit könnte in der Übergangsphase sehr wichtig sein und liesse auch eine Reduktion der Geldmenge zu.
  • Vollgeld ist keine “tiefgreifende Veränderung” unseres Geldsystem, wie Economiesuisse befürchtet, sondern nur eine normale Weiterentwicklung. Die Abkehr vom Goldstandard oder die Einführung des Onlinebankings waren viel grössere Veränderungen. Zur praktischen Umstellung auf Vollgeld sind nur Anpassungen in der EDV und bei rechtlichen Regelungen nötig. Für den einzelnen Bankkunden ändert sich nur sehr wenig. Auch nach der Umstellung kann alles ganz reibungslos verlaufen: Wenn die Nationalbank in der Einführungsphase alle Kreditanfragen der Banken bedient, ändert sich für die Banken nichts.
  • Economiesuisse weist darauf hin, dass der politische Druck auf die SNB zu gross werden könnte. Dieses Argument lässt sich leicht mit einem Hinweis auf die "Bürgerdividende" widerlegen: Eine jährliche, bescheidene Auszahlung an jede/n Bürger/in würde kaum zu einem höheren Druck auf die SNB führen, da diese Auszahlung immer nur als kleine Zugabe, nie aber als wesentlicher Einkommensbestandteil verstanden würde.
  • Die Befürchtung von Economiesuisse, dass der Wert des Frankens durch die Umstellung von Vollgeld sinken würde, wäre angesichts des hohen Frankenkurses und Negativzinsen, positiv zu bewerten. Jedoch befürchten andere Kritiker des Vollgeldes einen stärkeren Franken, da dieser noch sicherer wie heute wird. Tatsächlich gibt es keine direkten Auswirkungen einer Vollgeldreform auf den Wechselkurs, alle Spekulationen dazu sind ein Blick in die Glaskugel.

 


Ressort: Wirtschaft

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