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Aller guten Dinge sind … vier!
Finanzexpertin Celine Nadolny
  • 14. April 2022

Aller guten Dinge sind … vier!

Von Celine Nadolny

Vier Mal – so oft habe ich (Celine Nadolny) bereits den Black Bull Award gewonnen. Zum zweiten Mal nun in der Kategorie Finanzwissen. Und ich bleibe dabei: Bislang war keine Kategorie treffender als diese.

Denn genau dieses Thema liegt mir persönlich am meisten am Herzen. Finanzwissen und nicht Finanzvermutungen, -annahmen und -behauptungen. Leider befinden sich Wissen und Bildung generell gefühlt auf dem absteigenden Ast. Suchen doch in unserer immer penetranter werdenden Instant-Gesellschaft mehr und mehr Menschen stets nach Abkürzungen, Zusammenfassungen, kurzen To-Do-Listen.

Dabei leben sie den Lifestyle der „Macher:innen“, die den Aufbau von Grundlagenwissen als müßig und teilweise sogar als Zeitverschwendung abtun. „All das Wissen ist doch ohnehin in wenigen Klicks abrufbereit“, kann ich mir dann häufig anhören. Und das ist nicht einmal falsch.

Selbstverständlich ist im Kern beinahe das komplette Wissen der Menschheit im Netz abrufbar. Wir müssen nur wissen, wo wir es finden können und gegebenenfalls einen Obolus dafür zahlen, dass wir darauf zugreifen dürfen. Aber ist der Umgang mit diesem (vermeintlichen) Wissen wirklich so einfach?

Nein! Ganz und gar nicht. Und das schreibe ich aus tiefster Überzeugung. Denn es reicht absolut nicht aus, nur zu wissen, wo man etwas abrufen kann. Es reicht nicht aus, sich lediglich oberflächlich Sachen anzulesen und diese dann blind und übereifrig umzusetzen. Was nämlich den allermeisten Menschen fehlt, ist die Fähigkeit, wirkliches Wissen von reiner Blendung und reinem Halbwissen zu unterscheiden.

Woher willst du wissen, ob das, was ein Autor oder eine Autorin schreibt, auch belegbar und richtig ist? Wie möchtest du seine Quellen – falls überhaupt genannt oder vorhanden – überprüfen, wenn du maximal Grundlagenwissen auf dem entsprechenden Gebiet mitbringst? Wie meinst du, ein Buch, eine Strategie, eine Information, eine Person oder was auch immer beurteilen und klassifizieren zu können, wenn du nicht im Thema steckst?

Das ist alles faktisch nicht möglich. Im schlimmsten Fall führt es dazu, dass du beliebig viele falsche und ggf. sogar kontraproduktive Handlungen daraus ableitest.

Deswegen kann ich nur immer wieder euch alle da draußen dazu animieren, euch handfestes Wissen anzueignen und nicht den erstbesten Marktschreiern ihre Instant-Strategien abzukaufen. Nur Wissen kann euch davor schützen, verarscht zu werden. Entweder euer eigenes oder das eines Experten oder einer Expertin. Woher wollt ihr aber wissen, wer ein Experte oder eine Expertin ist und wer nicht, wenn ihr über kein ausreichendes Wissen verfügt?


Ressort: Wirtschaft

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