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Schweizer Kulturspenden nach der Bombardierung Schaffhausens 1944

Keyvisual der Ausstellung

2019 jährt sich die irrtümliche Bombardierung Schaffhausens zum 75. Mal. Sie brachte Tod und Verwüstung über die Stadt. Schwer getroffen wurden auch das Museum zu Allerheiligen und das damalige Naturhistorische Museum. Eine grosse Sonderausstellung im Museum zu Allerheiligen beleuchtet vom 18. Mai bis 20. Oktober 2019 das Ausmass dieses tragischen Ereignisses und erzählt die Geschichte einer beispiellosen schweizweiten Solidaritätsaktion.

Die verhängnisvolle Bombardierung Schaffhausens durch amerikanische Flugzeuge am 1. April 1944 forderte 40 Menschenleben, 270 Verletzte und löste gegen 50 Grossbrände aus. Im Museum zu Allerheiligen wurden Kunst- und Kulturgüter von unschätzbarem Werkt unwiederbringlich zerstört. Fast achtzig Gemälde der Kunstsammlungen, darunter nahezu der Gesamtbestand der Werke des Renaissancekünstlers Tobias Stimmer (1539-1584) wurden Opfer der Flammen.

Zerstörung und Solidarität

«Die Trauer Schaffhausens ist die Trauer des Schweizer Volkes», schrieb die NZZ am 6. April 1944 in ihrem Aufruf zu einer "Kulturspende" für Schaffhausen. Was folgte, war eine beispiellose Spendenaktion, an der sich Gemeinde, Kantone und Private aus der ganzen Schweiz beteiligten. Sie bescherte dem Museum nicht nur zahlreiche Werke namhafter Künstler, sondern auch Geldspenden für Ankäufe. Die Gründung der Peyerschen Tobias Stimmer-Stiftung und ein Fonds aus Reparationszahlungen der Amerikaner trugen das Ihre dazu bei, dass das Museum bereits im Mai 1946 seine Tore wieder öffnen konnte. Die Folgen dieser "eidgenössischen Solidarität" (NZZ) sind am Museum bis heute spürbar.

Phoenix aus der Asche

Erstmals präsentiert eine Ausstellung die rund 80 Kunstwerke aus dieser Kulturspende in ihrer ganzen Vielfalt. Das Konvolut enthält wichtige Meisterwerke der Schweizer Kunst, so von Ferdinand Hodler oder Albert Anker. Es befinden sich aber auch bemerkenswerte und kaum bekannte Arbeiten regionalen Schweizer Kunstschaffens darunter. Diese gesellen sich zu Werken wichtiger Schaffhauser Künstler wie Johann Jakob Schalch oder Carl Roesch. Bewegende Filmwochenschauen, Zeitzeugenberichte und historische Fotos ergänzen die Exponate und lassen nachvollziehen, wie sich das Gesicht des Museums durch diesen Schicksalsschlag nachhaltig veränderte. Die Dauerausstellung "Schaffhausen im Zweiten Weltkrieg" komplettiert den Rundgang und schafft einen grösseren historischen Zusammenhang.

Schaffhausen im Zweiten Weltkrieg

Der Kanton Schaffhausen war durch seine exponierte Grenzlage − fast vollständig von Deutschland umschlos- sen − in besonderer Weise vom Krieg betroffen. Beim Gang durch die Dauerausstellung "Schaffhausen im Zweiten Weltkrieg" kommen Themen wie "Aktivdienst und Grenzschutz", "Wirtschaftsaufschwung in Kriegs- zeiten", "Flüchtlinge" oder "Kriegsalltag" zur Sprache. Im Zentrum steht jedoch eine Kinoprojektion des origi- nalen Wochenschauberichts über die "Bombardierung Schaffhausens", der unvergessliche Eindrücke der Ka- tastrophe vom 1. April 1944 hinterlässt.

Spurensuche

Auf einem Rundgang durch den Westtrakt des Museum, der 1944 von Bomben getroffenen wurde, können die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung "Kunst aus Trümmern" zusätzlich auch die noch heute sichtbare Spuren der Zerstörung entdecken. Informationstafeln mit historischen Fotografien führen am Ort des Geschehens das Ausmass der Zerstörung vor Augen.

Ausstellung in Deutsch, Englisch und Französisch

Publikation <p< Kunst aus Trümmern - Die Bombardierung des Museums zu Allerheiligen 1944 und ihre Folgen Museum zu Allerheiligen (Hg.),Verlag Hier und Jetzt, 2019, ca. 192 Seiten, CHF 49, € 49 ISBN 978-3-03919-489-6, (Erscheint am 3. Oktober 2019) Begleitprogramm: Führungen, Vortragsreihe, Podiumsgespräch Neben Führungen wird die Ausstellung von weiteren Veranstaltungen begleitet, darunter einem Thementag am Internationalen Museumstag (19. Mai 2019) sowie einer Vortragsreihe - unter anderem mit Prof. em. Dr. Georg Kreis und weiteren spannende Referenten.

Workshops für Schulklassen

in der Sonder- und Dauerausstellung für die Stufen Sek I+II. Infoabend für Lehrpersonen am 14. Mai 2019.

Praktische Informationen

Museum zu Allerheiligen Schaffhausen, Klosterstrasse 16, CH-8200 Schaffhausen. www.allerheiligen.ch Di – So 11 –17 Uhr. Montags geschlossen.
Feiertage: geöffnet von 10 - 17 Uhr an Auffahrt (30.5.), Pfingstsonntag (9.6.),Pfingstmontag (10.6.) und 1. August
Eintritt: Erwachsene CHF 15, Ermässigt CHF 10, Kinder 6-16 CHF 5, Familien (5 Pers. max. 2 Erw.) CHF 30 Freier Eintritt jeden 1. Samstag
SBB RailAway-Kombi: Ermässigung auf Anreise und Eintritt.

Parallelausstellung im Museum im Zeughaus

Unter dem Titel «Bomben auf Schaffhausen» widmet sich auch eine Ausstellung im Museum Zeughaus der Bombardierung Schaffhausens vor 75 Jahren. www.museumimzeughaus.ch

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