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  • 20. Februar 2015

Ordensschwestern nehmen Flüchtlinge auf

Von Robert Eberle | Erzbischöfliches Ordinariat

Weiterer Wohnraum für rund 30 Jesidinnen und Kinder

Freiburg (pef). Wo jahrzehntelang die echten Freiburger „Bobbele“ zur Welt kamen, werden in Kürze Flüchtlinge wohnen: Eine Etage des ehemaligen St. Elisabeth-Fachkrankenhauses für Geburtshilfe in der Dreisamstraße in Freiburg wird derzeit saniert, so dass hier spätestens im April rund 15 Flüchtlinge einziehen können. Das kündigte Sr. Lamberta von den Elisabethschwestern am Mittwoch (18. Februar) in Freiburg an. Auch die Benediktinerinnen vom Kloster St. Lioba in Freiburg-Günterstal stellen Flüchtlingen Wohnraum zur Verfügung. Wie Sr. Scholastika Deck (OSB) erläuterte, haben die Schwestern beschlossen, das Erdgeschoss eines Konventsflügels im Nebengebäude zu räumen und der Stadt zur Unterbringung von Flüchtlingen anzubieten. Die Räumlichkeiten sind in gut renoviertem Zustand. Nach der Inspektion durch einen Brandschutzbeauftragten wird noch eine eigene Eingangstür für die neuen Bewohner installiert werden.

Im April können die Flüchtlinge voraussichtlich ihre neuen Quartiere beziehen. Dabei handelt es sich um jesidische Frauen und ihre minderjährigen Kinder (insgesamt rund 30 Personen). Die Elisabethschwestern, von denen viele Englisch sprechen und die selbst verschiedene kulturelle Hintergründe mitbringen, haben sich vorgenommen, ihren zukünftigen Mitbewohnern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen. Und auch die Benediktinerinnen sind bei Schwierigkeiten als Ansprechpartnerinnen verfügbar. Die professionelle Betreuung der Flüchtlinge übernehmen Experten von der Caritas.

Flüchtlinge „sind auf unsere Hilfe angewiesen“

Sozialbürgermeister Ulrich von Kirchbach dankte den Schwestern ausdrücklich für ihr außergewöhnliches Engagement „Die Menschen sind auf unsere Hilfe angewiesen. Und wir sind für jede Unterstützung dankbar, um Flüchtlinge in Freiburg angemessen unterbringen zu können.“

Weihbischof Dr. Michael Gerber ist im Erzbistum Freiburg für das Ordenswesen zuständig. Er setzt sich in seinen Gesprächen mit den verschiedenen Orden im Erzbistum dafür ein, dass ungenutzte Wohnflächen für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt werden. Zu diesem Engagement ermutigte ihn auch eine Begegnung mit irakischen Bischöfen. Diese hatten ihn gebeten: „Nehmt unsere Schwestern und Brüder an, wenn sie zu Euch fliehen. Sie mit ihren Familien, mit ihrem Glauben und mit ihrer Erfahrung, sie sind nicht einfach nur Flüchtlinge. Nein, sie können Eure Gemeinden bereichern.“

Erzbischof Stephan Burger hatte Anfang Februar Menschen in der Nachbarschaft von geplanten Flüchtlingsunterkünften um Mithilfe gebeten: „Je mehr es uns gelingt, die Menschen willkommen zu heißen, auf sie zuzugehen, mit ihnen ins Gespräch zu kommen und sie zu integrieren, desto mehr werden auch wir durch sie bereichert. Wir tragen als Menschen, die auf der Sonnenseite des Wohlstands leben, Verantwortung für Menschen, die im Schatten der Globalisierung stehen.“ 


Ressort: Glaube und Gesellschaft

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