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Aktion Sühnezeichen Friedensdienste kritisiert den Geschichtsrevisionismus der AfD

„Kalkulierte Tabubrüche der AfD dulden wir nicht.“

„Die gestrigen Worte des Vorsitzenden der AfD Thüringen sind kein einmaliger Ausrutscher. Sie sind ein kalkulierter Tabubruch, auch um Aufmerksamkeit zu erheischen. Wir kritisieren das völkische Weltbild der AfD, das wir nicht nur in den wiederholten Äußerungen seiner Funktionär_innen, sondern auch in deren Parteiprogramm erkennen können“, sagt Dr. Stephan Reimers, Vorsitzender von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste. „Personell und ideologisch reicht das AfD-Spektrum bis tief in rechtsextreme Kreise, floskelhafte Abgrenzungen ändern daran nichts.

Wir müssen und werden die kritische und sensible Auseinandersetzung mit den Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen ganz besonders im Blick behalten. Wer das Erinnern in Frage stellt, wie die AfD es tut, gefährdet die Versöhnungsprozesse, die seit 1945 in Europa stattgefunden haben und bereitet dem Unfrieden den Boden. Das Denkmal für die ermordeten Juden Europas erinnert nicht nur an unsagbares Leiden in der Vergangenheit, sondern warnt vor den Folgen des Antisemitismus. Solche Warnung ist gerade heute unverzichtbar.“

Björn Höcke, Vorsitzender der AfD Thüringen, hatte gestern in Dresden unter anderem gefordert, die Kultur des Erinnerns an die Nazi-Verbrechen in Deutschland zu beenden. Er sagte, in Schulen werde die deutsche Geschichte mies und lächerlich gemacht und bezeichnete die Rede von Bundespräsident Weizsäcker im Jahr 1985, anlässlich des 40. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs, als eine "Rede gegen das eigene Volk". Höcke stellte hierbei erneut sein völkisches Weltbild dar. Er verunglimpft alle Opfer des Nationalsozialismus und beschreibt Deutschland als eine vermeintlich homogene Nation. In seinem historischen und aktuellen Nationsbegriff haben weder jüdische Deutsche, deutsche Sinti und Roma noch Deutsche mit türkischer oder griechischer Abstammung Platz.

Seit 1958 setzt sich Aktion Sühnezeichen Friedensdienste für eine kritische und sensible Auseinandersetzung mit den Folgen der nationalsozialistischen Verbrechen ein. In Freiwilligendiensten und Sommerlagern engagieren sich jedes Jahr mehrere hundert, überwiegend junge Menschen in vielen Ländern Europas, den USA und Israel in Gedenkstätten, in der Begleitung von Überlebenden der Schoa und in der politischen Arbeit für eine inklusive, vielfältige Gesellschaft.

Aktion Sühnezeichen Friedensdienste, Friederike Schmidt (Referentin für Presse- und Öffentlichkeits-arbeit), Auguststr. 80, 10117 Berlin, Telefon: 030/28395-203, Fax: -135, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!,  Internet: www.asf-ev.de

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