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Sonne statt Kohle: Braunkohle Tagebau Phönix-Nord in Sachsen-Anhalt wird zum Solarpark
Auf der Halde des Braunkohletagebaus Phönix-Nord soll der Solarpark Langendorf entstehen ©RES
  • 27. Oktober 2023

Sonne statt Kohle: Braunkohle Tagebau Phönix-Nord in Sachsen-Anhalt wird zum Solarpark

Von Ute Linsbauer | Solar Consulting GmbH

Gemeinderat Elsteraue fasst Aufstellungsbeschluss

Auf dem ehemaligen Gelände eines Braunkohle Tagebaus in Sachsen-Anhalt soll ein neuer Solarpark entstehen. Der Gemeinderat Elsteraue hat in seiner Sitzung am 5. Oktober 2023 die Grundlagen für die Aufstellung eines Bebauungsplans für die Photovoltaik-Freiflächenanlage auf der Gemarkung Langendorf gelegt. Damit kann das Erneuerbare-Energien-Unternehmen RES die Planungen für den 60 Hektar großen Solarpark weiter vorantreiben. Das gesamte Planungsgebiet umfasst 85 Hektar. 25 Hektar bleiben für den Naturschutz vorbehalten und werden aufgewertet. Der Solarpark kann mit einer installierten Leistung von 60 Megawatt rechnerisch den Energiebedarf von 32.000 Menschen decken. Dies entspricht 18 Prozent der Einwohnerinnen und Einwohner des Burgenlandkreises und leistet damit einen großen Beitrag zu lokalem Klimaschutz. Der Baubeginn ist aktuell für 2026 vorgesehen, die Inbetriebnahme für das Folgejahr.

Der geplante Solarpark liegt im Dreiländereck Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen auf der ehemaligen Halde Phönix-Nord. Die Braunkohlegewinnung im Tagebau wurde vor 55 Jahren eingestellt. Seither wird die Fläche landwirtschaftlich genutzt. „Die Bewirtschaftung der Böden ist laut Eigentümer, der auch der Bewirtschafter der Fläche ist, nur sehr eingeschränkt möglich. Hoher Steingehalt, geringer Humusanteil und schlechtes Wasserhaltevermögen führen zu deutlich geringeren Erträgen bei höheren Kosten“, erklärt Gerhard Kienzler, Geschäftsführer von RES in Deutschland. „Die Bodenqualität und die Vorbelastung der Flächen sind für uns wichtige Kriterien bei der Standortauswahl für Solarparks. Um das Landschaftsbild nicht zu stören, bevorzugen wir zudem schwer einsehbare Areale mit ortsnaher Einspeisemöglichkeit. All diese Faktoren stimmen im geplanten Gebiet.“ RES rechnet beim neuen Solarpark in Langendorf mit einem Energieertrag von etwa 60 Millionen Kilowattstunden pro Jahr. Der erzeugte Strom soll über ein noch zu errichtendes Umspannwerk in die südlich der Fläche liegende Hochspannungsleitung eingespeist werden. Die Anlage spart jährlich so viel CO2 ein, wie 60 Prozent aller Einwohner der Gemeinde Elsteraue verbrauchen.

Mit Naturschutz Hand in Hand

25 Hektar der Planfläche werden dem Naturschutz überlassen. Auch innerhalb des Solarparks und den umgebenden Grünflächen fördert RES die Biodiversität mit verschiedenen Maßnahmen. So steigern die Einsaat der Fläche mit regionalem Wiesensaatgut, eine extensive Bewirtschaftung und die Anlage einer umgebenden Hecke die Artenvielfalt. Die geringen Auswirkungen auf die Umgebung sowie die Mehrfachnutzung des Areals haben die politischen Entscheidungsträger überzeugt. Gemeinde- und Ortschaftsräte unterstützen das Vorhaben mehrheitlich. Am 5. Oktober 2023 fasste der Gemeinderat den Aufstellungsbeschluss.

Der Bürgermeister von Elsteraue, Andreas Buchheim, betont: „Der Solarpark Phönix-Nord ist ein Paradebeispiel für die lokale Energiewende. Wo früher Braunkohle abgebaut wurde, wird jetzt saubere Energie erzeugt. Auch der Naturschutz wird durch die anvisierten Maßnahmen gefördert. Für die Gemeinde und die Bürgerinnen und Bürger wird sich der Solarpark Langendorf über die angedachten Beteiligungsmöglichkeiten auch finanziell lohnen.“

Das Anlagenkonzept folgt den Standards des Siegels „Gute Planung“ des Bundesverbands neue Energiewirtschaft (bne). Die Standards gehen über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Neben den ökologischen Gesichtspunkten müssen Kriterien wie frühzeitige Information der Öffentlichkeit sowie eine kommunale und regionale Wertschöpfung berücksichtigt werden.

So geht es weiter

Der nächste Schritt nach dem Aufstellungsbeschluss ist die Erstellung des Bebauungsplans. Parallel dazu sollen die Bürgerinnen und Bürger frühzeitig informiert werden. Daher plant RES im Frühjahr 2024 eine öffentliche Informationsveranstaltung. Die Entwurfsauslegung ist im dritten Quartal 2024 vorgesehen. Mit einer Genehmigung des Projektes rechnet RES nach derzeitigem Stand im zweiten Quartal 2025. Anfang des Jahres 2027 – etwa ein Jahr nach Baustart – soll die Inbetriebnahme erfolgen.

RES ist das weltweit größte familiengeführte Unternehmen für Erneuerbare Energien, das seit über 40 Jahren am Markt ist. In Deutschland plant, baut und betreibt RES Photovoltaik- und Windenergieanlagen. Mit dem Ausbau seiner Solarexpertise will RES die Energiewende auch in Kommunen vorantreiben.
Über RES

RES (Renewable Energy Systems) ist das weltweit größte familiengeführte Unternehmen für Erneuerbare Energien. Seit über 40 Jahren an der Spitze der Branche, hat RES mehr als 23 Gigawatt an Erneuerbaren Energieprojekten auf der ganzen Welt entwickelt und/oder gebaut. Aktuell unterstützt das Unternehmen außerdem ein operatives Anlagenportfolio von mehr als 12 Gigawatt. Das Büro in Deutschland in Vörstetten bei Freiburg ist vor allem in den Bereichen Wind, Solar und Energiespeicherung tätig. www.res-group.com


Ressort: Energie und Umwelt

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