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E-Fuels auf dem Prüfstand
Für das Verbrenner-Aus realisiert werden soll, ist derzeit noch unklar ©Adobe Stock/studio v-zwoelf − stock.adobe.com Wie die Entscheidung der EU f
  • 29. Juni 2023

E-Fuels auf dem Prüfstand

Von Sabrina Kautz | PickMeUp Werbeagentur GmbH

TÜV NORD nimmt den alternativen Kraftstoff unter die Lupe

Am 28. März 2023 fiel in Brüssel eine lang diskutierte Entscheidung: Das Aus für Pkw und leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor wird kommen. Ab 2035 erhalten Neuwagen mit Verbrennungsmotor nur eine Zulassung, wenn sie ausschließlich mit synthetischen und kohlenstoffneutralen Treibstoffen unterwegs sind. Während viele die Elektro-Kraftstoffe für die ideale Lösung halten, stehen andere dem alternativen Antrieb skeptisch gegenüber.

Was sind E-Fuels und wie werden sie hergestellt?

E-Fuels, kurz für Elektro-Treibstoffe, werden mithilfe von Strom aus Kohlenstoffdioxid (CO2 ) und Wasser gewonnen. Sie haben fast dieselben Eigenschaften wie konventionelle Kraftstoffe. Daher können sie auch ohne Umrüstung in normalen Verbrennungsmotoren eingesetzt werden, sofern die Hersteller die Nutzung des alternativen Kraftstoffes für das jeweilige Fahrzeug freigegeben haben. „Bei der Raffinierung entstehen sowohl E-Diesel, E-Benzin und E-Kerosin, sogenannte Koppelprodukte. Damit die E-Fuels wirtschaftlich eingesetzt werden können, braucht es für alle drei Endprodukte Abnehmer, und dazu zählt auch die Automobilbranche“, erklärt Schlüting.

Wie steht es um die Klimafreundlichkeit von E-Fuels?

Um dies beurteilen zu können, muss man einen Blick auf die komplette Wertschöpfungskette werfen. Was spricht gegen die synthetischen Kraftstoffe? • Der Herstellungsprozess benötigt enorm viel Energie. • Bei der Verbrennung gelangen nicht nur CO2 , sondern auch weitere schädliche Gase und Feinstaub in die Atmosphäre. Somit ist der Ausstoß vergleichbar mit Verbrennern.

Klimaneutral sind E-Fuels nur unter zwei Voraussetzungen:

ü Bei der Herstellung kommt ausschließlich Ökostrom zum Einsatz.

ü Das CO2 für die Herstellung wird aus der Atmosphäre gewonnen.

Sind E-Fuels der Kraftstoff der Zukunft?

Während die Luftfahrt und auch die maritime Branche vor allem in der Hochseeschifffahrt auf einen langfristigen Einsatz von E-Fuels setzen, bleibt in der Automobilbranche weiterhin der Elektroantrieb die primäre Lösung für eine emissionsfreie Zukunft. „Doch Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren werden aus dem Straßenverkehr so schnell nicht verschwinden. Denn das Durchschnittsalter von Pkw in Deutschland in dem Bestand von insgesamt 48,8 Millionen Fahrzeugen liegt bei circa zehn Jahren. 20 Prozent des Bestands ist zwischen 15-19 Jahren alt. Der Einsatz von synthetischen Treibstoffen kann in der Übergangsphase wichtig sein, um die CO2 - Emissionen von dem Straßenverkehr zu reduzieren.“, sagt der TÜV-Experte.

Wann gibt es den alternativen Kraftstoff an der Tankstelle?

Da E-Fuels über das bestehende Tankstellennetz verteilt werden können, ist die Infrastruktur bereits vorhanden. Allerdings befindet sich der Herstellungsprozess noch immer am Anfang der Entwicklung. „Eine kommerzielle Produktion gibt es bislang noch gar nicht. Um den Bedarf decken zu können, benötigen wir eine höhere Zahl an E-Fuels-Anlagen für die Herstellung“, sagt Schlüting. Um die Investitionen für solche Bauten anzukurbeln, will die EU Unternehmen mit einer festen Quotenregelung Sicherheit für zukünftige Planungen gewährleisten.

„E-Fuels-Only“ ab 2035?!

Wie die Entscheidung der EU für das Verbrenner-Aus realisiert werden soll, ist derzeit noch unklar. „So muss unter anderem gewährleistet sein, dass Neufahrzeuge auch sicher und ausschließlich mit E-Fuels unterwegs sein können. Dies kann beispielsweise mit smarten Zapfsäulen oder speziellen Sensoren geschehen, die die Qualität des Treibstoffes erkennen“, sagt der Stationsleiter. Bis entsprechende Gesetzesvorschriften verabschiedet werden, braucht es jedoch noch einige Zeit.

Mehr Infos rund um E-Fuels gibt es unter: www.tuev-nord.de/e-fuels

 

 


Ressort: Reise und Verkehr

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