Die größten Mythen über Medikamente
Fakten und Fiktion entlarvt
Medikamente helfen uns, Krankheiten zu behandeln, Symptome zu lindern und unsere Lebensqualität zu verbessern. Doch rund um die Einnahme und Wirkung von Medikamenten gibt es viele Mythen, die nicht nur zu falschen Erwartungen führen, sondern auch gesundheitliche Risiken bergen. Welche das sind, weiß die Debeka, größte private Krankenversicherung in Deutschland.
Mythos 1: Medikamente kann man mit jedem Getränk einnehmen
Falsch! Wer beispielsweise Antibiotika nimmt, sollte Milch und Milchprodukte aufgrund des Calciumgehalts vermeiden. Auch die Kombination mit manchen Fruchtsäften ist nicht empfehlenswert: Grapefruitsaft kann die Wirkung vieler Medikamente verstärken, Orangen- und Apfelsaft könne die Absorption bestimmter Medikamente verringern. Vorsicht ist bei Kräutertees geboten, weil einige Kräuter die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Die beste Wahl ist Wasser.
Mythos 2: Medikamente sollte man im Badezimmer aufbewahren
Falsch! Die richtige Aufbewahrung von Medikamenten ist wichtig, um deren Wirksamkeit und Sicherheit zu gewährleisten. Und obwohl es praktisch erscheint, ist das nicht das Badezimmer. Die hohe Feuchtigkeit und die Temperaturschwankungen sind nicht empfehlenswert. Medikamente sollten an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahrt werden. Und außerhalb der Reichweite von Kindern, vorzugsweise in einem verschlossenen Schrank oder einer Schublade.
Mythos 3: Natürliche Heilmittel sind immer sicherer
Nein, leider nicht. Einige Pflanzen und Kräuter enthalten starke Wirkstoffe, die Nebenwirkungen haben oder sogar toxisch sein können. Außerdem können sie mit verschreibungspflichtigen Medikamenten interagieren und deren Wirkung beeinflussen. Zum Beispiel kann Johanniskraut die Wirksamkeit von Antidepressiva oder der Pille verringern. Es ist wichtig, bei der Verwendung von natürlichen Heilmitteln genauso vorsichtig zu sein wie bei konventionellen Medikamenten. Besser Arzt oder Apotheker konsultieren, bevor man etwas Neues ausprobiert.
Mythos 4: Generika sind minderwertige Medikamente
Falsch. Generika enthalten denselben Wirkstoff in derselben Menge wie das Original. Sie durchlaufen dieselben Zulassungsprüfungen und müssen Wirksamkeit und Sicherheit belegen. Der Unterschied: Nach Ablauf des Patents dürfen andere Hersteller den Wirkstoff produzieren – das senkt den Preis, nicht die Qualität.
Mythos 5: Die Nebenwirkungen von Medikamenten treten immer auf
Die Packungsbeilage eines Medikaments listet häufige und seltene Nebenwirkungen auf, basierend auf klinischen Studien und Berichten nach der Markteinführung. Nebenwirkungen sind von vielen Faktoren abhängig und variieren von Person zu Person. Manche erleben Nebenwirkungen, andere haben keine oder eher milde Reaktionen. Dosis, Dauer der Einnahme und der eigene Gesundheitszustand spielen dabei eine Rolle. Oder auch die gleichzeitige Einnahme mehrerer Medikamente kann das Risiko von Nebenwirkungen erhöhen.
Die häufigsten Leiden bei E-Sports
Gesundheitsrisiken für Gamer
Was man tun kann, damit Mausarm & CO nicht zum Game Over werden
Mit der zunehmenden Popularität von E-Sports und E-Gaming verbringen immer mehr Menschen lange Stunden vor dem Computer oder der Konsole. Diese intensive Nutzung von Controller, Maus und Tastatur birgt jedoch Gesundheitsrisiken. Welche das sind und was man dagegen tun kann, weiß die Debeka, Deutschlands größte private Krankenversicherung.
Augenbelastung
Längeres Gaming kann zu Augenproblemen führen. Gereizte und trockene Augen sind keine Seltenheit. Die Symptome sind brennende, gerötete Augen, Juckreiz, Schmerzen, erhöhte Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen und Kopfschmerzen. Zum Game Over muss das allerdings nicht werden: ausreichend Licht im Raum, ein hochauflösender Monitor mit ausgewogenen Einstellungen für Kontraste und Helligkeit und regelmäßige Pausen helfen.
Nacken- und Rückenschmerzen
Durch einseitige Bewegungen und schlechte Haltung leiden Gamer häufiger unter Nacken- und Rückenschmerzen. Hier lohnt es, in ein ergonomisches Gaming-Set, z. B. höhenverstellbarer Schreibtisch (Wechsel Sitzen und Stehen) und ein ergonomischer Stuhl mit einer Lendenwirbelstütze, zu investieren. Ansonsten den Monitor auf Augenhöhe einstellen und Tastatur und Maus in eine bequeme Position legen. Aufrecht sitzen, Schultern zurück und Kopf waagerecht. Immer mal wieder eine Pause machen, aufstehen, sich strecken und bewegen, um die Muskeln zu entlasten. Gezielte Übungen wie Planks, Rückenstrecker oder Brücke stärken die Rückenmuskulatur.
Mausarm oder Repetitive Strain Injury (RSI)
Der sogenannte Mausarm oder RSI entsteht durch wiederholte Bewegungen und Überbeanspruchung der Hand, des Handgelenks und des Unterarms. Er tritt meist nach langen Spielsessions mit besonders intensiver Nutzung von Computermäusen oder Tastaturen auf. Dabei kann es neben Schmerzen und Beschwerden zu Taubheit, Kribbeln, Schwellungen und Steifheit kommen. Greifen oder Festhalten von Gegenständen fällt schwer und kann die Spielleistung beeinträchtigen. Langfristig helfen ergonomische Mäuse und Tastaturen. Die Handgelenke müssen gerade bleiben. Regelmäßige Pausen und Dehnübungen für Hände und Handgelenke und die Maus abwechselnd mit beiden Händen bedienen.
Sehnenscheidenentzündung und Karpaltunnelsyndrom
Sehnenscheidenentzündung und Karpaltunnelsyndrom sind häufige schmerzhafte Leiden in Gamer-Kreisen. Es kann zu Schwellungen und einer Beeinträchtigung der Beweglichkeit kommen. Beim Karpaltunnelsyndrom ist der Medianusnerv betroffen, ein Nerv, der vom Unterarm in die Hand und durch den Karpaltunnel, ein enger Durchgang aus Knochen und Bändern an der Handgelenkinnenseite, geht. Bei der Sehnenscheidenentzündung ist die Umhüllung einer Sehne entzündlich verändert. Neben Ruhe und Schonung werden oftmals Schienen oder Bandagen zur Entlastung eingesetzt. Außerdem hilft Physiotherapie zur Stärkung und Dehnung der betroffenen Sehnen und Muskeln.
Schlafstörungen
Gamer leiden häufig unter Ein- und Durchschlafstörungen, weil sie gerne nachts durchzocken. Sie sollten drauf achten, zu regelmäßigen Zeiten ins Bett zu gehen und wieder aufzustehen, selbst wenn die aktuelle Spielphase noch so spannend ist. Mit einer konsistenten Schlafenszeit lassen sich Schlaf und Gaming besser aufeinander abstimmen. Außerdem sollte man auf aufregende Computerspiele kurz vorm Schlafengehen verzichten. Das kurzwellige Blaulicht des Bildschirmlichts bremst die Ausschüttung des Schlafhormons Melatonin und hält wach. Viele Spiele verursachen eine hohe Adrenalinausschüttung und regen das Hirn stark an. Ein leichtes Abendessen zwei bis drei Stunden vor dem Schlafengehen und eben nicht kurz davor, kann einen guten Schlaf begünstigen.
Die HPV Impfung schützt vor Krebs
– lang erwartete Bestätigung nun veröffentlicht
Seit 2007 ist die Impfung gegen Humane-Papillomviren (HPV) in Deutschland zugelassen. Um nachweisen zu können, dass sie Gebärmutterhalskrebs verhindert, bedarf es langer Beobachtungszeiträume, denn Krebserkrankungen entstehen langsam. Zwei Übersichtsarbeiten und eine jüngst veröffentlichte Bevölkerungsstudie fassen nun die bisherigen Studiendaten zusammen. Sie belegen: Die Impfung ist sicher und kann das Risiko von Gebärmutterhalskrebs deutlich reduzieren – besonders bei Frauen, die in jungen Jahren geimpft wurden. Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ordnet ein.
Bei den Übersichtsarbeiten handelt es sich um sogenannte Cochrane-Reviews: Fachleute haben für ihre Erstellung weltweit zahlreiche Studien zur HPV-Impfung auf ihre Qualität geprüft und die Ergebnisse zusammengefasst. Cochrane-Reviews gelten international als besonders zuverlässig, weil sie nach strengen, transparenten Methoden erstellt werden und die Ersteller unabhängig von wirtschaftlichen Interessen sind. Schon länger bekannt ist, dass die HPV-Impfung Krebsvorstufen verhindert. Ob sich tatsächlich auch direkte Effekte auf Krebs feststellen lassen, wurde lange mit Spannung erwartet – und kann jetzt nach fast zehnjähriger Beobachtungszeit als bestätigt gelten.
Schutz vor Gebärmutterhalskrebs
Wichtigstes Ergebnis der einen Übersichtsarbeit: Die HPV-Impfung senkt das Risiko, an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken. Konkret zeigen die Daten aus Schweden, Schottland und Indien: Mädchen, die vor dem 16. Geburtstag geimpft wurden, hatten im Zeitraum von 10 bis 14 Jahren nach der Impfung ein deutlich niedrigeres Risiko für Gebärmutterhalskrebs als die Nichtgeimpften. „Damit liegen die bislang umfassendsten und aktuellsten wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit der HPV-Impfung vor“, sagt Susanne Weg-Remers, Leiterin des Krebsinformationsdienstes des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ).
Dieses Ergebnis erhält zusätzliche Unterstützung durch eine kürzlich in der Fachzeitschrift The Lancet Public Health veröffentlichte bevölkerungsbasierte Studie aus Schweden. Sie zeigt, dass in Altersgruppen mit hoher HPV-Durchimpfung auch bei ungeimpften Frauen deutlich seltener hochgradige Zellveränderungen am Gebärmutterhals auftreten. Dieses sogenannte Herdenschutz-Phänomen spricht dafür, dass die Impfung nicht nur individuell wirkt, sondern auch die Verbreitung der Viren in der Bevölkerung insgesamt verringert.
Nobila Ouédraogo von der Stabsstelle Krebsprävention des DKFZ dazu: „Besonders wenn Mädchen früh geimpft werden, idealerweise vor dem ersten sexuellen Kontakt, bietet die Impfung einen sehr starken Schutz, der die Häufigkeit von Gebärmutterhalskrebs deutlich senkt. In einigen Einzelstudien wurden in der Gruppe der Geimpften sogar gar keine Krebsfälle beobachtet. Der starke vorbeugende Effekt gegen Gebärmutterhalskrebs zeigt, welches Potenzial HPV-Impfprogramme für die Krebsprävention insgesamt haben“, so Ouédraogo.
Gutes Sicherheitsprofil
Die zweite Übersichtsarbeit, basierend auf 60 randomisiert kontrollierten Studien mit insgesamt 157.414 Teilnehmenden, beleuchtete die Sicherheit der Impfstoffe. Das Ergebnis: Alle vier HPV-Impfstoffe schützen zuverlässig vor einer anhaltenden Infektion mit den vom jeweiligen Impfstoff abgedeckten HPV-Typen. Außerdem verringern sie die Zahl der Gebärmutterhalskrebs-Vorstufen innerhalb eines Nachbeobachtungszeitraums von sieben Jahren. Ein weiteres Ergebnis, das das Vertrauen in die Impfung stärkt: Meist treten nur kurzfristig anhaltende und leichte Nebenwirkungen auf, wie etwa Schmerzen, Schwellungen oder Rötung an der Einstichstelle. Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen traten nicht häufiger auf als nach einer Scheinimpfung – also nach der Injektion eines Placebos.
Hintergrund: Infektion häufig – Krebs nur selten
Fast jeder Mensch infiziert sich im Laufe seines Lebens mit Humanen Papillomviren (HPV). Zirka 40 der über 200 HPV-Typen werden hauptsächlich sexuell übertragen und befallen vor allem Schleimhaut und Haut des Genitalbereichs und Afters. Je nach Virustyp kann eine Infektion mit diesen Erregern Gewebeveränderungen auslösen, aus denen sich Krebs entwickeln kann. Aber: Nur selten entsteht ein bösartiger Tumor. 2006 wurde der erste HPV-Impfstoff zugelassen, der vor den wichtigsten Virustypen schützt. In Deutschland empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung für Mädchen und Jungen zwischen neun und 14 Jahren. Bis zum 18. Geburtstag kann sie auf Kosten der Gesetzlichen Krankenkassen nachgeholt werden.
Die Rolle des Schlafens beim Abnehmen
Unser Schlaf ist nicht nur die Zeit, in der sich unser Organismus regeneriert und das Gehirn neue Verbindungen knüpft, es ist auch die Zeit, in der entscheidende Prozesse im Körper ablaufen. Es passieren Vorgänge, die unseren Stoffwechsel und Hormonhaushalt betreffen und somit auch unsere Gewichtsabnahme beeinflussen, das machen die beiden Fachärzte für Endokrinologie, Prof. Dr. Harald Schneider und Dr. Robert Schmidt deutlich. Sie leiten das medizinisch-wissenschaftliche Abnehmprogramm Lighter.me, das neben der sogenannten „Abnehmspritze“ auch Ernährungsberatung und dauerhafte Betreuung über eine eigene Smartphone-App anbietet.
„Es gibt viele Hormone, die durch den Schlaf beeinflusst werden. Die relevantesten für uns sind in diesem Fall Leptin, Ghrelin und Cortisol – alle sind eng mit unserer Nachtruhe verbunden,“ erklärt Prof. Dr. Schneider.
Leptin wird auch „Sättigungshormon“ genannt, da es unserem Körper signalisiert, dass wir satt sind. Bei einem Schlafmangel, sinkt der Leptinspiegel im Blut. Das führt zu einer unzureichenden Sättigung, selbst wenn wir genug gegessen haben.
Ghrelin, auch „Hungerhormon“ genannt, löst im Körper das Gefühl von Hunger aus. Der Ghrelinspiegel steigt bei einem Schlafmangel an, wodurch unser Hungergefühl verstärkt wird und wir zunehmend Lust auf ungesunde, kalorienreiche Lebensmittel haben.
Digitalisierung im Gesundheitswesen: Chancen und Risiken
Die digitale Transformation, die sich unaufhaltsam in unserer modernen Gesellschaft ausbreitet, revolutioniert seit mittlerweile mehreren Jahren nahezu sämtliche Lebensbereiche und macht dabei selbstverständlich auch vor dem äußerst wichtigen Gesundheitssektor nicht halt. Von elektronischen Patientenakten über Telemedizin bis zu KI-Diagnostik – digitale Innovationen revolutionieren die moderne medizinische Versorgung grundlegend. Diese technologische Entwicklung, die in den letzten Jahren exponentiell zugenommen hat, beschleunigt sich unaufhaltsam und stetig weiter, wodurch sie gleichzeitig beeindruckende innovative Möglichkeiten für unsere Gesellschaft als auch völlig neue, komplexe Herausforderungen schafft. Befürworter sehen bessere Versorgung, Kritiker warnen vor Datenschutz und digitaler Spaltung. Die zunehmend komplexe Balance zwischen rasantem technologischem Fortschritt und der unverzichtbaren menschlichen Betreuung, die Patienten benötigen, wird zur alles entscheidenden zentralen Frage der modernen Medizin, welche Ärzte und Gesundheitssysteme weltweit beschäftigt.
Revolutionäre Möglichkeiten durch digitale Gesundheitstechnologien
Telemedizin bringt Landpatienten erstmals Spezialisten ohne lange Anfahrtswege näher. Videosprechstunden: Millionenfach bewährt. Die Shop Apotheke revolutioniert dabei den Medikamentenzugang durch digitale Bestellprozesse und schnelle Lieferungen direkt nach Hause, was besonders für chronisch kranke Patienten eine enorme Erleichterung darstellt. Die elektronische Patientenakte verbessert seit 2021 den Datenaustausch zwischen Ärzten.
Dr. Ruediger Dahlke kommt an den Hochrhein!
Vortrag mit dem bekannten Ernährungsexperten in Murg
Auf Einladung der Stiftung des Kur- und Gesundheitszentrums Friedborn in Rickenbach spricht der bekannte Humanmediziner, Psychotherapeut und Bestseller-Autor Dr. Ruediger Dahlke am Freitag, 4. Mai, in der Murgtalhalle in Murg ab 18.30 Uhr über gesunde Ernährung („Peace Food“) und ab 20.30 Uhr über die heilende Wirkung des Fastens. Der Eintritt ist frei; um Spenden werden gebeten.
Ein heißes Eisen bei Krebs: Komplementäre und alternative Methoden
Viele Krebspatientinnen und -patienten möchten über die empfohlene Therapie hinaus etwas für sich tun – oft mit dem Wunsch, Nebenwirkungen der Therapie zu lindern, selbst aktiv zu werden oder nichts unversucht zu lassen. Dann kommen häufig komplementäre und alternative Methoden ins Spiel. Was ist damit gemeint und worauf ist zu achten?
Der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums ordnet ein.
Eine allgemein anerkannte und einheitliche Festlegung, was komplementäre und alternative Methoden sind, gibt es nicht. Fest steht aber: Sie sind kein Bestandteil der medizinischen Standardtherapie, also der erwiesenermaßen wirksamen schulmedizinischen Behandlung. Der Grund: Bisher fehlen Daten aus klinischen Studien, die belegen können, dass sie gegen Krebs wirksam sind. Vor allem die alternativen Methoden, wie zum Beispiel traditionelle oder biologische Heilverfahren betrachten Expertinnen und Experten mit großer Skepsis. Denn bei ihnen wird auf den Einsatz der onkologischen Standardtherapie ganz verzichtet. „Wir raten von dem alleinigen Einsatz alternativer Methoden ab, weil dadurch die Verwendung einer wissenschaftlich belegten wirksamen Therapie verzögert oder sogar ganz verhindert wird. Das Sterberisiko der Betroffenen steigt dadurch erheblich“, so Dr. Susanne Weg-Remers. Sie leitet den Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums. Ärztinnen und Ärzte beantworten Fragen von Krebserkrankten und Angehörigen bundesweit täglich von 8 bis 20 Uhr telefonisch unter 0800-420 30 40 und via E-Mail
Eine bessere Gesundheitsversorgung mit weniger Krankenhäusern?
– Ja, wenn zeitgleich endlich das Praxisklinik-Modell ausgebaut wird.
In den vergangenen Wochen schlug eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung hohe Wellen. Die Autoren der Studie beschäftigten sich darin mit der Zukunftsfähigkeit der Krankenhausversorgung in Deutschland. Sie kamen dabei zu dem Schluss, dass durch eine deutliche Reduzierung der Krankenhauszahl von derzeit 1400 auf unter 600 eine bessere Versorgungsqualität für die Patienten möglich sei. Ihr wichtigstes Argument: Nur in ausreichend großen Krankenhäusern könne eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patienten gesichert werden.
Es dauerte nicht lange, bis die Autoren der Studie unter Beschuss gerieten. Das ist in Deutschland immer der Fall, wenn es jemand wagt, gegen die die bestehende Krankenhausstruktur zu argumentieren. So wurde den Experten der Bertelsmann-Stiftung unter anderem ein Interessenkonflikt unterstellt, da Brigitte Mohn, Vorstandsmitglied der Bertelsmann-Stiftung, gleichzeitig auch Mitglied des Aufsichtsrats der Rhön-Privatkliniken AG sei. Und genau diese Kliniken würden von einer Schließung öffentlicher Krankenhäuser finanziell profitieren.
Emotionale Bildung in der Kita: Kein pädagogischer Trend, sondern Zukunftskompetenz
Wie ein Hamburger Träger Achtsamkeit und Mental Health zum Bildungsstandard macht – und warum Kinder davon ihr Leben lang profitieren.
„Es ist das größte Geschenk, das wir Kindern machen können – sie auf dem Weg zu begleiten, sich und ihre Emotionen kennenzulernen und ihnen Werkzeuge mitzugeben, um auch sich in schwierigen Zeiten immer wieder mit sich selbst verbinden zu können. Somit gehen sie mit innerer Stärke, positivem Mindset und Handlungsfähigkeit raus in die Welt“, sagt Hannah Franz, Vorschullehrerin, Achtsamkeitstrainerin und Kinderyogalehrerin in der Kita kinderzimmer Rübenkamp in Hamburg.
Achtsamkeit ist hier keine Modeerscheinung, sondern eine Schlüsselkompetenz für die Zukunft. In einer Welt voller Reizüberflutung, digitaler Dauerpräsenz und wachsendem Leistungsdruck brauchen Kinder die Fähigkeit zur Selbstregulation, dem Benennen und Verstehen eigener Gefühle und dem bewussten Umgang mit sich selbst und anderen. Der private Kitaträger KMK kinderzimmer geht hier mutig voran und macht emotionale Bildung zum Teil seines pädagogischen Konzepts – nicht nur für Kinder. Auch Fachkräfte lernen, ausgeglichener durch einen fordernden Berufsalltag zu navigieren.
Entzündungen besser verstehen
Regensburg - Es ist ein visionäres Projekt, und das zeigt sich nicht nur im Namen: Das internationale Forschungsprojekt "SciFiMed" will in den kommenden vier Jahren einen Biosensor entwickeln, der dabei hilft, Entzündungsreaktionen im Körper besser zu charakterisieren. Das Ziel: die Diagnose und Therapie bei sehr unterschiedlichen Erkrankungen zu verbessern. Die Europäische Kommission fördert das Projekt mit Beteiligten aus vier europäischen Ländern mit insgesamt mehr als 3,5 Millionen Euro für vier Jahre von 2021 bis 2024. Einer der vier Projektpartner ist die ostbayerische Universität Regensburg
Die Uni Regensburg erhält knapp 700.000 Euro aus dem Projektbudget. Empfängerin ist die Professorin Antje J. Baeumner, Leiterin des Lehrstuhls für Analytische Chemie, Chemo- und Biosensorik. Die Koordination von SciFiMed ("Screening of inFlammation to enable personalized Medicine") liegt an der Universität Marburg bei Professorin Diana Pauly. Sie arbeitete bis vor kurzem am Universitätsklinikum Regensburg. Bei SciFiMed arbeiten Experten aus der Chemie, Genetik, Immunologie, Nephrologie und Augenheilkunde mit Firmen zusammen. Neben den Universitäten Regensburg und Marburg sind Hochschulen in Madrid und Budapest sowie Biotechnologieunternehmen und Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und den Niederlanden an dem Forschungsprojekt beteiligt.
Erfolgreiche Zertifizierung für das Interdisziplinäre Brustzentrum Rheinfelden
Rheinfelden – Im August dieses Jahres erlangte das Interdisziplinäre Brustzentrum der Frauenklinik Rheinfelden die Zertifizierung der Krebsliga Schweiz und der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie. Damit wird dem Brustzentrum eine hohe Qualität und Transparenz in der Behandlung und Betreuung von Frauen mit Brustkrebs attestiert. Anlässlich dieses Meilensteins erfolgte am 29. September in Rheinfelden die Zertifikatsübergabe.
Das Interdisziplinäre Brustzentrum der Frauenklinik Rheinfelden hat im August das Qualitätslabel der Krebsliga Schweiz (KLS) und der Schweizerischen Gesellschaft für Senologie (SGS) erhalten. «Wir sind froh, diesen Meilenstein erreicht zu haben. Damit zeigen wir den von Brustkrebs betroffenen Frauen, dass das Interdisziplinäre Brustzentrum die Anforderungen an die Qualität in der Behandlung und der Betreuung erfüllt und dass dies regelmässig von unabhängigen Experten geprüft wird», sagt Dr. med. Maik Hauschild, Chefarzt der Frauenklinik Rheinfelden und Ärztlicher Leiter des Interdisziplinären Brustzentrums.
Ersatz ist dringend und problemlos möglich
Umweltschädliches Schmerzmittel Dicolfenac
Das Schmerzmittel Diclofenac schädigt die Umwelt stark. Trotzdem ist es der weltweite Spitzenreiter im Verkauf. Das muss sich ändern. Diclofenac zu ersetzen, geht gut, denn: Es gibt gleichwertige Alternativen.
2021 starb in Spanien der erste Geiers Europas, dessen Tod sich auf eine erhöhte Diclofenac-Konzentration im Gewebe zurückführen liess. Denn Spanien hatte 2014 wie Italien Diclofenac für Nutztiere zugelassen. Damit droht sich heute in Südeuropa zu wiederholen, was in Indien, Nepal und Pakistan schon in den 1990er-Jahren geschah: Die Geierpopulation schrumpfe in zehn Jahren um 95 bis 99 Prozent. Es war der schnellste und massivste Bestandsrückgang einer Vogelart in der Geschichte. Erst rund zehn Jahre später fand man die Ursache: Die Geier sind an Nierenversagen durch Diclofenac verstorben.
Der Schmerz- und Entzündungshemmer Diclofenac wurde 1973 von Ciba-Geigy (heute Novartis) unter dem Handelsnamen Voltaren auf den Markt gebracht. Heute ist es weltweit das am meisten verschriebenen nichtsteroidalen Antirheumatikum (NSAR) bei Schmerzen.
Erste Charity Night der Umbrella-Stiftung
mit Ehrengast Liz Hurley
„Manchmal sind es die kleinen Dinge, die das Leben verändern: ein Lächeln, eine Berührung, ein Moment der Hoffnung. Heilung bedeutet mehr als Medizin – sie bedeutet Mitgefühl und Menschlichkeit.“ (Dr. Afschin Fatemi)
Am 8. Mai 2025 in Düsseldorf feiert die Umbrella Stiftung von Dr. Afschin Fatemi ihre erste große Charity Night – ein Abend voller Engagement, Glamour und besonderer Begegnungen.
Auf dem Red Carpet: Als Ehrengäste Schauspielerin und Model Elizabeth Hurleyund ihr Sohn Damian Hurley, ebenfalls Schauspieler und Model. Erwartet werden zudem zahlreiche weitere Promis. Durch den Abend führt die Fernsehmoderatorin und Buchautorin Laura Karasek, zuständig für die Musik ist DJ Paul Janke, Ex-Bachelor. Eröffnet wird der Abend von Düsseldorfs Bürgermeister Josef Hinkel. Ein exklusives Event – für den guten Zweck und ein starkes Zeichen der Solidarität.
Erste Hilfe rettet Leben – auch während der Corona-Pandemie
Johanniter geben Tipps zum Verhalten im Notfall
Freiburg - In Corona-Zeiten sind viele Menschen sehr besorgt um ihre eigene Gesundheit und wollen sich selbst schützen. Aber wie kann man in einem Notfall helfen, ohne sich selbst unnötig zu gefährden und eine Ansteckung mit Covid-19 zu riskieren? Besonders die Mund-zu-Mund-Beatmung während der Herz-Lungen-Wiederbelebung steht in der aktuellen Corona-Pandemie zur Diskussion.
„Grundsätzlich sollte jeder Mensch immer Erste Hilfe leisten“, sagt Martin Spies, Sachgebietsleiter Bildung bei den Johannitern in Baden. Einen Notruf abzusetzen, ist das Minimum im Notfall. Das gilt genauso während der Corona-Pandemie. „Der Ersthelfer sollte dabei jedoch immer auf seinen Eigenschutz achten und sich selbst nicht in Gefahr begeben.“
Erste-Hilfe-Trainer - ein Job, der Leben rettet
So kann man bei den Johannitern in Freiburg mitmachen
Mit dem Thema Erste Hilfe kommen die meisten Menschen das erste Mal in Berührung, wenn sie einen Führerschein machen: Mit dem klassischen Erste-Hilfe-Kurs für Fahranfänger, der für alle gesetzliche Pflicht ist. Danach hört man nur noch ab und zu davon. In aller Munde sind Erste-Hilfe-Maßnahmen, wenn ganz lokal Leben gerettet wird – etwa durch eine Herz-Lungen-Wiederbelebung mitten in der Fußgängerzone. Dann spielen manche mit dem Gedanken, ihr Wissen aufzufrischen.
Aber wer unterrichtet eigentlich diese Erste-Hilfe-Kurse?
Kurz gesagt: Eigentlich kann sich fast jeder dafür qualifizieren lassen. Das Wichtigste dabei ist: „Gern unter Menschen zu sein und sich gut ausdrücken zu können, das Interesse an medizinischen Themen und die Lust sich regelmäßig weiterzubilden“, erklärt Helmut Faulstich, Ausbildungsleiter bei den Johannitern in Baden. „Das ist die Basis für eine gute Erste-Hilfe-Lehrkraft. Während der Ausbildungsphase werden die notwendigen Lernfelder aus Fachwissen und Pädagogik vermittelt.“ Das Ganze läuft in 129 Unterrichtseinheiten ab, die Ausbildungskosten übernehmen die Johanniter. „Wenn man richtig Gas gibt, kann die Ausbildung innerhalb von zwei Monaten abgeschlossen und der erste Kurs selbstständig geleitet werden. Die Ausbildung darf aber auch bis zu einem Jahr dauern,“ ergänzt Faulstich.
Erster Verdachtsfall auf Fleckfieber-Übertragung in Deutschland
Tropische Zecke:
Uni Hohenheim und Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr weisen Fleckfieber-Erreger in Hyalomma-Zecke nach, deren Stich erstmals in Deutschland vermutlich eine Erkrankung verursacht hat.
Sie saugt am Menschen, und sie überträgt auch in Deutschland eine Form des Zecken-Fleckfiebers: Was bisher noch offene Fragen zur tropischen Riesenzecke Hyalomma waren, ist nun Gewissheit. Anfang August ist hierzulande vermutlich erstmals ein Mann nach einem Stich der Hyalomma-Zecke erkrankt – mit den typischen Symptomen einer sogenannten Rickettsiose. In der betreffenden Zecke konnten Experten der Universität Hohenheim in Stuttgart und des Instituts für Mikrobiologie der Bundeswehr in München den Erreger Rickettsia aeschlimannii nachweisen. Die Zahl der Hyalomma-Zecken in Deutschland ist 2019 gegenüber dem Vorjahr deutlich gestiegen. In fast der Hälfte der Tiere sind die Fleckfieber-Erreger (Rickettsien) zu finden. Die Zeckenforscher bitten die Bevölkerung weiterhin um Zusendung auffälliger Zeckenfunde.
Dass es einen Pferdebesitzer traf, war wohl kein Zufall: Tropische Zecken der Gattung Hyalomma saugen vor allem an großen Säugetieren. Seit einigen Jahren sind die Blutsauger in Deutschland auf dem Vormarsch. Nun melden Zeckenforscher den ersten Verdachtsfall einer in Deutschland übertragenen Fleckfieber-Infektion.
Fahrtüchtig mit medizinischem Cannabis?
Seit März 2017 können sich Patientinnen und Patienten Cannabisblüten und daraus hergestellte Extrakte auf Betäubungsmittelrezept vom Arzt verschreiben lassen. Grundsätzlich dürfen diese Personen am Straßenverkehr teilnehmen, soweit sie nach Aufnahme der cannabisbasierten Medikamente noch in der Lage sind, ein Fahrzeug im Straßenverkehr sicher zu führen. Treten allerdings während der Fahrt Ausfallerscheinungen auf, die auf die Einwirkung dieser Medikamente zurückzuführen sind, drohen strafrechtliche Konsequenzen. Darauf weist der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) hin.
Familienberater übt heftige Kritik am Vorschlag für die sogenannten "Pubertätsblocker"
"Der natürliche Beginn des Reifungsprozesses bringt Jugendlichen Halt und Orientierung"
"Die unüberdachte Anpreisung von Pubertätsblockern auf entsprechenden Portalen, die dem Bundesministerium für Familien, Senioren, Frauen und Jugend zugeordnet werden können, muss als vollends verantwortungslos bezeichnet werden!" - Mit diesen Worten nimmt der Leiter Online-Beratungsstelle "FamilienKnäuel", Dennis Riehle, kritisch Stellung zu den jüngst bekannt gewordenen Veröffentlichungen für Jugendliche auf Webpräsenzen mit Bezug zu dem von Lisa Paus geleiteten Ministerium (BMFSFJ). "Dort werden junge Menschen, die vor der Reifung stehen und sich sexuell orientieren, entsprechend ermutigt, sich für diesen Prozess der Geschlechtsfindung Zeit zu nehmen und die Pubertät bei etwaiger Unsicherheit und dem Wunsch nach weiterem Abwarten durch Blocker in Form von Medikamenten zu verzögern. Dass bei der Einnahme von solchen Präparaten auch Hormone beeinflusst werden und der endokrine Stoffwechsel durcheinandergerät, wurde in diesen Publikationen des BMFSFJ ungenügend erläutert und ausgeführt. Ebenso der Umstand und die Information dazu, dass schwerwiegende Nebenwirkung möglich ist, wenn die Einnahme zu früh im Jugendalter erfolgt. Diese Blocker sind für andere Zwecke gedacht und sollten deshalb nicht dazu genutzt und missbraucht werden, Jugendliche vor einer vertretbaren und zumutbaren Identifikation- und Findungsphase schützen und sie schonen zu wollen".
Fünf Jahre "Emergency Room" im Orthopädischen Uni-Klinikum Bad Abbach
Bad Abbach - Überfüllte Notaufnahmen in den Krankenhäusern sind vor allem an Wochenenden die Regel. Mit der Einrichtung eines "Emergency Rooms" wollte das Orthopädische Klinikum der Universität Regensburg in Bad Abbach 2014 neue Wege gehen: mit schneller Versorgung von Unfallverletzungen ohne Massenabfertigung, bei bestmöglicher Versorgung von der Erstdiagnose bis hin zur sofortigen Operation etwa bei komplizierten Knochenbrüchen. Fünf Jahre nach Inbetriebnahme des "Emergency Rooms" zieht die Klinikleitung jetzt Bilanz.
Fünf Mythen zum veganen Januar – und was wirklich dran ist
Viele Vorurteile begleiten den Vegan-Trend – Fakten und praktische Tipps
Der Januar steht für Neubeginn, oft verbunden mit dem Wunsch, mehr für die eigene Gesundheit zu tun. Immer mehr Menschen entscheiden sich für den veganen Januar: eine Chance, den veganen Lebensstil auszuprobieren und gleichzeitig viele Tierleben zu verschonen. Um rein pflanzliche Ernährung ranken sich einige Mythen und Unsicherheiten. Die Debeka, Deutschlands größte private Krankenversicherung, stellt fünf Vorurteile auf den Prüfstand.
Mythos 1: Vegane Ernährung führt zu Nährstoffmangel
Das muss nicht sein. Der häufigste Kritikpunkt: Wer ausschließlich pflanzlich isst, riskiert Mangelerscheinungen. Richtig ist: Wenn Fleisch als Quelle für Proteine und Spurenelemente wie Eisen, Zink und Selen wegfällt, muss ein pflanzlicher Ausgleich her. Dabei kommt es nicht nur auf die Menge an Proteinen an, sondern auf deren Zusammensetzung. Pflanzliche Proteine enthalten oft weniger essenzielle Aminosäuren. Ein Mangel kann sich negativ auf den Muskelerhalt und andere physiologische Funktionen auswirken. Geeignete Lieferanten sind Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen. Linsen beispielsweise enthalten zudem fast doppelt so viel Eisen wie Rindfleisch. Soja und grünes Gemüse sollten ebenfalls auf dem Speiseplan stehen.
Praxistipp: Über protein- und nährstoffreiche vegane Nahrungsmittel informieren und sie in den Speiseplan fest einplanen. Eventuell nötige Nahrungsergänzungsmittel, wie zum Beispiel Vitamin B12, sollten mit dem Hausarzt abgeklärt werden.